Treffen der Fanbeauftragten

Diskussionen rund um die Iserlohn Roosters
alf67
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Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon alf67 » Fr 11. Feb 2011, 07:04

Hallo zusammen,

an diesem Wochenende treffen die Fanbeauftragten der DEL-Vereine in Köln zusammen, um gemeinsam mit Vertretern der DEL und der verschiedenen TV-Sender wieder über die Entwicklung der Liga und die Anliegen der Fans zu diskutieren.

Ich möchte euch an dieser Stelle gerne wieder Gelegenheit geben, mir eure Wünsche mit auf den Weg zu geben. Im Sommer letzten Jahres konnten wir beispielsweise einige Wünsche an SKY weitergeben, die ihre Sendungen auch nach unseren Vorschlägen mit geplant haben.

Fest eingeplant ist die Anwesenheit eines Vertreters aus der Geschäftsführung der DEL.

Weiterhin hoffen wir auf das Erscheinen von Ansprechpartnern der TV-Sender Sky, ARD, ZDF, WDR, BR und NDR.

Falls euch also noch etwas an diese Institutionen auf dem Herzen liegt, so schreibt es hier hinein. Ich werde versuchen, eure Fragen bis morgen früh hier noch aufzunehmen.

Viele Grüße und ein entspanntes eishockey-freies Wochenende!

ALF

Denmark
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Denmark » Fr 11. Feb 2011, 11:13

Hi alf,

ich würde gerne mal wissen wieso es nicht möglich ist in allen DEL Stadien ein paar Kameras aufzustellen sodass jedes DEL Spiel Live übertragen werden kann? Liegt es am Geld? Oder am Sendeplatz?

vielleicht hat auch hier im Forum einer ein paar Antworten für mich.
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bono
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon bono » Fr 11. Feb 2011, 11:55

Du kannst nicht einfach in jedem Stadion eine Kamera aufbauen und drauf los filmen.Du musst die Rechte dazu haben,(z.b Pay Tv) Jeder Sender hat die Möglichkeit jedes Spiel zu übertragen, da spielt es keine Rolle ob es die ARD oder ZDF oder Arte ist, du musst nur die Rechte dazu besitzen.Exklusiv Rechte für z.b.eine Fußballübertragung kosten eine menge Geld.

Mit Eishockey machst du in Deutschland leider kein Geld, deshalb wirst du auch in Zukunft nur bei SKY oder gelegentlich Eurosport die Möglichkeit haben, Eishockey Live zu sehen.Aber selbst bei Sky ist Eishockey kein Zugpferd, sondern nur Fussball.

alf67
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon alf67 » Fr 11. Feb 2011, 12:16

Grundsätzlich ist es Sache der einzelnen Hallen/Arenen, eigene Kameras und die entsprechende Infrastruktur (Redaktion, Personal etc.) zu installieren. Da kommen über die Saison schon Kosten im hohen fünf- bis zum sechsstelligen Bereich zusammen.
Die Kameras müssen ja eine gewisse Qualität bieten, damit zumindest die Clips im DEL-TV vernünftig ausschauen.

Live-Übertragungen sind damit aber immer noch nicht möglich und auch nicht gestattet. Schließlich hat die DEL ja einen für jeden Club lukrativen Vertrag mit Sky, für deren Übertragungen Jahr für Jahr sehr viel Geld in die Kassen kommt.
Das unterscheidet die DEL ja auch von vielen anderen Ligen, die für ihre Berichterstattung selbst tief in die Tasche greifen müssen.

Ein Streitpunkt ist aber immer wieder die Nachverwertung der von Sky erzeugten Bilder, diese stehen den Öffentlich-rechtlichen nämlich ab Spielende kostenfrei zur Verfügung. Sie werden aber leider kaum genutzt - auch weil die Sportfenster der Sender zumeist mit König Fußball und Sonderveranstaltungen (diverse Welt- und Europameisterschaften usw.) ausgereizt sind.

Die DEL hat daher momentan konkret das Ziel, die DEL-TV-Plattform im Internet weiter auszubauen und zu modernisieren. Es kommt ja jedes Jahr die eine oder andere Halle hinzu, die Bilder erzeugen kann. Das würde ich persönlich mir von den Roosters auch wünschen, aber hier fehlt es wohl am nötigen Kleingeld.

Wie sich das in den kommenden Jahren weiter entwickelt kann ich noch nicht sagen, aber ich denke, diese Infos können trotzdem einige Fragen beantworten.

Gruß

ALF

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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon IEC-FAN-HEMER » Fr 11. Feb 2011, 14:39

Hi Alf

Dann frag die herren mal von sky wieso iserlohn bis jetzt nur 5 mal im tv zu sehen wahr und die ganzen anderen clubs ofter

Denmark
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Denmark » Fr 11. Feb 2011, 14:53

IEC-FAN-HEMER hat geschrieben:Hi Alf

Dann frag die herren mal von sky wieso iserlohn bis jetzt nur 5 mal im tv zu sehen wahr und die ganzen anderen clubs ofter
die Mannheim Live-Spiele kann man garnicht mehr zählen so viele waren dass. :evil:
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pouzar24
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon pouzar24 » Fr 11. Feb 2011, 15:11

Als erstes mal sollte dieser elende Spielplan zur Sprache gebracht werden! Es muss doch möglich sein wenigstens halbwegs einheitliche Spielanzahl hinzu bekommen! 1-2 Spiele Differenz der einzelnen Mannschaften könnte man ja akzeptieren, aber der Spielplan der aktuellen Saison geht ja mal gar nicht!

So weit ich mich erinnere haben auch ARD und ZDF und alle Dritten Programme die Rechte Zusammenfassungen der DEL Spiele zu zeigen. Warum wird das so gut wie gar nicht genutzt? Von mir aus kann man ja Spätabends kurze Ausschnitte zeigen, das wäre doch schon mal ein Anfang! Gerade die Dritten könnten doch über Ihre Clubs um die Ecke öfter berichten!


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Denmark
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Denmark » Fr 11. Feb 2011, 15:17

pouzar24 hat geschrieben:Gerade die Dritten könnten doch über Ihre Clubs um die Ecke öfter berichten!
guck mal Sonntags Abends um 22:00 rbb. Dort kommt jedes mal ein Spiel der Eisbären. Und nicht nur eine 50sec. zusammenfassung sondern vielleicht 4min. mit Interviews und sonstigem. Dieses Jahr kamen in der Aktuellen Stunde auf WDR manchmal highlights unserer Spiele.
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pouzar24
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon pouzar24 » Fr 11. Feb 2011, 16:00

Denmark hat geschrieben: guck mal Sonntags Abends um 22:00 rbb. Dort kommt jedes mal ein Spiel der Eisbären. Und nicht nur eine 50sec. zusammenfassung sondern vielleicht 4min. mit Interviews und sonstigem.
Genau das meine ich! Warum bekommt der WDR das nicht hin?


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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon pouzar24 » Fr 11. Feb 2011, 16:07

Da fällt mir noch was ein: Ein paar Spiele mehr am Samstag und Sonntagnachmittag wären nicht schlecht!


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tennisplatzis
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon tennisplatzis » Fr 11. Feb 2011, 16:29

pouzar24 hat geschrieben:
Denmark hat geschrieben: guck mal Sonntags Abends um 22:00 rbb. Dort kommt jedes mal ein Spiel der Eisbären. Und nicht nur eine 50sec. zusammenfassung sondern vielleicht 4min. mit Interviews und sonstigem.
Genau das meine ich! Warum bekommt der WDR das nicht hin?


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Weil er nicht will!

Siehe Alfs Posting weiter oben: Für den WDR gibt es: 1. Fußball, 2. Fußball, 3. Fußball [... ], 9. Fußball und dann eventuell noch irgendwas anderes. Mit dem gleichen Recht wie die Eishockeyfans können sich über die dürftige Berichterstattung dann auch alle anderen Randsportarten beschweren. Mich wundert nur (naja, eigentlich auch wieder nicht), dass die "Sportschau" nicht schon lange in "Fußballschau" umbenannt worden ist, das wäre wenigstens ehrlich; denn was anderes als Rundballsport ist dort doch in den letzten fünfundzwanzig Jahren nicht mehr vorgekommen...
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Siggi Suttner » Fr 11. Feb 2011, 17:53

tennisplatzis hat geschrieben: Für den WDR gibt es: 1. Fußball, 2. Fußball, 3. Fußball [... ], 9. Fußball und dann eventuell noch irgendwas anderes.
Galopper des Jahres! :D

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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon pouzar24 » Fr 11. Feb 2011, 20:48

tennisplatzis hat geschrieben: Weil er nicht will!

Siehe Alfs Posting weiter oben: Für den WDR gibt es: 1. Fußball, 2. Fußball, 3. Fußball [... ], 9. Fußball und dann eventuell noch irgendwas anderes.
Zeit diesen Missstand bei den Hörnern zu packen und zu ändern! ;)


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tennisplatzis
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon tennisplatzis » Di 15. Feb 2011, 09:53

Bericht auf DEL.org zum Treffen:
Fanbeauftragten-Treffen: Lob und Kritik

Zu einem turnusmäßigen Treffen der Fanbeauftragten der Clubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kam es am vergangenen Samstag im AZIMUT Hotel in Köln. Ein zentrales Thema der Sitzung, an dem rund 40 Personen teilgenommen hatten, war die TV-Situation im deutschen Fernsehen.


Neben Verantwortlichen von Sky konnten die Fanbeauftragten auch Vertreter des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens begrüßen.

„Gerade Sky bietet uns Eishockey-Fans ein sehr gutes Produkt, mit dem wir alle sehr zufrieden sein können“, erklärte Peter Saller, Fanbeauftragter der Straubing Tigers. Die Verantwortlichen des Abosenders verdeutlichten einmal mehr, dass DEL-Eishockey weiterhin ein ganz zentrales Thema der Senderpolitik darstellt. Es soll hier zukünftig auch wieder regelmäßig ein Informationsaustausch mit den Fans und deren Vertretern stattfinden.

Kritischer hingegen wurden die Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten betrachtet. Hier haben…
Der ganze Bericht auf DEL.org
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon alf67 » Fr 25. Feb 2011, 15:03

Hier der versprochene Bericht:

Die Tagung der DEL-Fanbeauftragten (FB) fand am Samstag, 12. Februar, im Azimut City Center Hotel in Köln statt.

Neben den persönlichen Gesprächen standen diesmal hauptsächlich die TV-Situation des deutschen Eishockeys und der Dialog mit einem Mitarbeiter der DEL-Geschäftsführung im Fokus der Tagung. Im Anschluß bekommt ihr nun einen besonderen Einblick in Auszüge aus dem Tagungsprotokoll:



Die TV-Situation des deutschen Eishockeys:

Zuerst stellten sich die Gäste von SKY kurz vor. Es handelte sich um Ralph Fürther (Sport-Kommunikation), Christian Scheller (Sport-Marketing) und Sven Kukulies (Kommentator).

SKY ist sehr interessiert an den Meinungen der Fans zur Marke „SKY“. Sie erhoffen sich über uns Fanbeauftragte (als Sprachrohr der Fans) einen Zugang zur breiten Eishockey-Fanmasse.

Bemängelt wurde von den FB, dass das gemeinsame Gespräch nach den ersten Anfängen wieder eingeschlafen war. Die Gäste bedauerten dies, begründeten es aber mit einigen internen Umstrukturierungen und dem Markenwechsel von Premiere zu Sky. Es besteht aber die feste Absicht, den Kontakt nun wieder aufleben zu lassen. Es soll nach Möglichkeit eine regelmäßige Teilnahme von SKY-Vertretern an unseren Tagungen geben.

Per E-Mail können wir SKY gerne auch direktes Feedback zu den Eishockey-Übertragungen geben. Unsere Mails werden auf jeden Fall gelesen und bearbeitet.

Die Vertreter von SKY betonten, dass der Sender sich in der letzten Zeit weiter entwickelt hat, vor allem in der Kundennähe und –freundlichkeit und im Bereich Service hat sich einiges getan.

Man konnte auch von positiven Zahlen bei den SKY-Abonnements berichten. Im vergangenen Jahr gab es ca. 130.000 neue Abonnenten, so dass man derzeit auf einen Gesamt-Abo-Bestand von ca. 2,5 Millionen kommt.

In der Diskussion um die Preise für SKY-Abonnements wurde die Bitte geäußert, die monatlichen Kosten für das Produkt nicht nur auf die ein bis zwei Eishockey-Spiele pro Woche zu reduzieren, da SKY ja deutlich mehr an Angeboten mitliefert, auch beim kleinsten Sport-Abo. Der Wunsch der Fanbeauftragten, gezielte Klein-Abos nur für den Sport oder das Eishockey oder sogar die Möglichkeit, einzelne Spiele „On Demand“ anzubieten, wurde von den SKY-Mitarbeitern aufgenommen und wird der Senderleitung vorgeschlagen.

Auf die Nachfrage, warum die Übertragungen vom Donnerstag auf den Freitag gewechselt sind, wurde erklärt, dass sich dies aus dem Ansinnen begründet, jede Woche zwei Top-Spiele zeigen zu wollen. In der Vergangenheit waren Verlegungen oftmals nicht möglich, da die Arenen belegt waren, so dass man zum Teil in der Hierarchie erst das vierte oder fünfte Spiel ziehen konnte. Die Vereine begrüßten den Wechsel zurück auf den Freitag, da den Teams so in jeder Woche ein regelmäßiger Spielbetrieb entstand und man sich optimal auf die Spiele vorbereiten konnte.

Da die Diskussion nun allgemeiner wurde, wurde auch der anwesende Mitarbeiter des WDR aktiv.

Anschließend stellte sich Michael Picht kurz vor. Er ist beim WDR zuständig für den gesamten Bereich „Sport außer Fußball“, den Einkauf und die Koordination der einzelnen Sportarten.

Der WDR, so sagte er, hat in den letzten Jahren mehrfach den Versuch gemacht, Eishockey den Zuschauern darzustellen. Dies sei natürlich nicht in der Qualität möglich, die SKY produziert. Dafür sprach Herr Picht dem Pay-TV-Sender ein großes Lob aus.

Vor zwei Jahren hat der WDR Berichte von den DEL-Halbfinals zwischen Düsseldorf und Krefeld übertragen. Die Sendungen wurden zeitnah nach Ende der Spiele gesendet, so früh, wie es die Absprachen mit SKY (die dem WDR in dieser Angelegenheit sogar noch entgegen kamen) halt zuließen. Dabei wurde das Bildmaterial von SKY verwendet, das vertragsgemäß dem Sender vorlag.
Leider waren die Quoten dieser Übertragungen aber erschreckend schlecht, also nicht rentabel. Da bei den öffentlich-rechtlichen Sendern die Quoten allein über Sendezeiten entscheiden, sieht es daher leider nicht gut für weitere Eishockey-Übertragungen aus.

Herr Picht erklärte aber auch, dass ähnliche Experimente in vergleichbaren Sportarten auch ähnlich schlechte Quoten hervorgebracht haben. Selbst die Handball-Bundesliga als „stärkste Liga der Welt“ konnte hier nicht überzeugen.

In der Folge der Diskussion machten einige der Fanbeauftragten ihrem Unmut über fehlende Eishockey-Übertragungen deutlich Luft. Herr Picht bekam diesen Unmut leider zu spüren, hat sich aber der harten Worte sehr fair angenommen und die Kritik mit guten und sachlichen Argumenten beantwortet. An dieser Stelle möchten wir ihm dafür danken, dass er diesen unbequemen Gesprächpart übernommen und vernünftig gemeistert hat. Wir werden sicherlich in Kontakt bleiben.

Er riet uns dann allen, erneuten und fortwährenden Kontakt zu den Sportkoordinatoren der verschiedenen TV-Sender zu suchen und unser Anliegen nochmals vorzutragen. Wir planen, in dieser Angelegenheit nochmals als Kollektiv aktiv zu werden.

Grundsätzlich versucht SKY, zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, das deutsche Eishockey weiterzuentwickeln, auch medial. Leider sind die Quoten aber deutlich dagegen sprechende Argumente. Die geringe öffentliche Resonanz und das schlechte Image sind leider keine guten Argumente für weitere Übertragungen. Auch die sinkenden Zuschauerzahlen spiegeln dies wieder. Hinzu kommt natürlich die schwierige Planbarkeit in den Play-Offs, da die Partien oft sehr kurzfristig angesetzt werden (weniger als 1 Woche Vorlaufzeit).

Auch bei SKY sieht es in punkto Nutzungsquoten nicht gut für das Eishockey aus. Der TV-Vertrag mit der DEL läuft noch eine weitere Saison, danach muss er neu verhandelt werden. Die SKY-Mitarbeiter erklärten sich gerne bereit, in die Stadien zu den Fans zu kommen, und in offenen Gesprächsrunden die Sachlage und die Entwicklung zu erklären. Völlig offen ist noch die Frage, wie es nach der kommenden Saison weitergeht. SKY betreibt allein für die Übertragung eines einzelnen Spiels einen enormen Aufwand. Für die Liga wäre es natürlich ein herber Verlust, wenn auch diese Live-Übertragungen und die damit verbundenen Einnahmen wegfallen würden.

Hier stellten wir Fanbeauftragten uns dann auch die Frage, wie wir helfend mit eingreifen können. Dies ist relativ schwierig, wir können zwar den Meinungsaustausch zwischen den Fans und SKY betreiben, die wirklich wichtigen Dinge können aber nur die DEL und die Vereine ändern. Grundsätzlich ist es hier aber sehr wichtig, dass alle Beteiligten das Thema „Eishockey im TV“ an der Sportart orientieren und nicht nur aus der eigenen Vereinssicht. Es geht hier um die grundsätzliche Präsentation der Sportart Eishockey im Fernsehen.
Gemeinsam legte man sich darauf fest, dass es einige maßgebliche Faktoren gibt, die eine Entwicklung des Eishockeysports „im Sinne der Fans“ voran bringen können:
Die Emotionen im Spiel müssen gefördert werden, es muss gegen eine wachsende Sterilität des Eishockeys vorgegangen werden.
Mehr Transparenz in Sachen Auf- und Abstieg ist vonnöten. Wenn es nicht möglich ist, in die DEL zu kommen, dann muss wenigstens deutlich auf die Umstände hingewiesen werden.
Am fehlenden Spannungsbogen einer Eishockey-Saison muss gearbeitet werden. Manche Teams nutzen die Hälfte der Vorrunde um ihr System zu finden, sich einzuspielen. 52 Spiele sind zuviel, wenn man nicht an der Attraktivität arbeiten kann. Weniger Spiele stellen aber für viele, gerade kleinere Vereine ebenfalls ein Problem dar, da ihre Einnahmen zu einem höheren Prozentsatz aus den Zuschauereinnahmen resultieren.
An der Mediendarstellung des Eishockeys muss gearbeitet werden. Grundsätzlich müssen das Lebhafte und Positive an diesem schnellen Sport betont werden. Negative Schlagzeilen wie das alljährliche Sommertheater sollten vermieden werden. Ebenso ist es wichtig, die Medien mit „ins Boot“ zu nehmen. Sie müssen für den Eishockeysport an sich arbeiten und über den Tellerrand ihres eigenen Vereins hinweg schauen.
Mehr Zusammenarbeit der Vereine mit der Presse und auch mit SKY.
Mehr Integration der ausländischen Spieler. Es gibt Spieler, die sechs oder sieben Jahre in Deutschland spielen und immer noch kein vernünftiges Interview auf Deutsch führen können. Es gibt leider auch immer wieder Spieler, die kein Interesse an Interviews haben oder sogar durch ihre Vereine abgeblockt werden („Spieler hat keine Zeit dafür“). Öffentlichkeitsarbeit ist das A und O.

Hiernach wurde an die SKY-Vertreter die Frage gestellt, wie die Auswahl der Live-Spiele zustande kommt. Diese Frage wird von den Fans der verschiedenen Vereine immer wieder gestellt.
SKY gibt zu, dass die Auswahl nicht sehr ausgewogen erscheint, beispielsweise moniert München, dass relativ viele Heimspiele übertragen werden, aber so gut wie kein Auswärtsspiel. Die Auswahl hängt von verschiedenen Faktoren ab.
SKY ist immer bemüht, bis etwa Januar alle Teams mindestens zweimal zuhause und auswärts zu zeigen. Ab Januar ist dann die Brisanz der Spiele erstes Auswahlkriterium. Weiterhin ist es bei der Auswahl mit entscheidend, ob bei bestimmten Spielen eine besondere Atmosphäre zu erwarten ist, zum Beispiel bei Derbies oder ob es Spiele gibt, zu denen es eine besondere Geschichte zu erzählen gibt.
Die Vorbereitung der Übertragungen in den Hallen beginnt bereits gegen Mittag. In den Mehrzweckhallen ist es aber leider oft so, dass diese nach Veranstaltungen am Vorabend dann noch nicht für die Übertragungstechnik bezugsfertig sind.
Weiterhin spielen auch logistische Gründe bei der Auswahl der Spiele eine Rolle. Dinge wie die Fahrtwege der Übertragungswagen sind da zu nennen, gerade hier besteht ein großes Kosten-Einsparpotenzial.
Für die breite Öffentlichkeit sieht man bei SKY aber auch entscheidende Probleme darin, dass gerade in dieser Spielzeit die Tabelle extrem krumm ist, dies weckt viel Unverständnis. Auch ist es in Deutschland – als Fußball-Land – schwierig, den Spielmodus zu verkaufen. Es gibt 52 Vorbereitungsspiele bevor es ums Eingemachte geht. Und ein Modus wie die Play-Offs ist dann noch besonders erklärungsbedürftig.

Sven Kukulies stellte uns dann noch zwei Fragen, die wir auch gerne mit unseren Fans diskutieren können:
Wie findet ihr es, dass die Co-Kommentatoren seit dieser Saison während der Spiele mit am Mikrofon sind?
Was erwartet ihr von den SKY-Kommentatoren und dem Personal bei den Übertragungen?

Die FB fragten nach Berichten über die Nicht-Live-Spiele. Der Wille, diese Bilder mit in die Übertragungen aufzunehmen, ist laut SKY der Grund dafür gewesen, dass die Live-Spiele später beginnen als die anderen Partien. SKY würde es sich wünschen, dass man den gesamten Spieltag abbilden kann, dies ist aber technisch nicht möglich. Die Vereine selbst sind gefragt, die Technik und das Personal für Bilder aus den eigenen Stadien zu stellen, da fehlt aber bei vielen Clubs einfach das Geld, so dass derzeit nur sieben DEL-Clubs wirklich einigermaßen verwertbare Bilder produzieren, in absehbarer Zeit werden es vielleicht neun.
Im Fußball ist es so, dass die DFL die Bilder produziert.
Seitens einiger FB wurde der Wunsch geäußert, während der Live-Übertragungen eine Optionsseite mit aktuellen Zwischenständen aller Partien und einem Statistikteil (Torschützen, Strafzeiten…) anzubieten. Dieser Wunsch soll bei SKY besprochen werden.



Diskussionsrunde rund um die DEL

Nach der Mittagspause war Alex Morel, Pressesprecher der DEL, zu Gast.
Er hat sich im Vorfeld mit der TV-Situation aus der Sicht der Liga und der Vereine beschäftigt und uns entsprechende Unterlagen mitgebracht.
Zur Problematik der Sendezeiten im Free-TV monierte er, dass die Vereine viel Aufwand für wenig Sendezeit betreiben. So wurde beispielsweise in der letzten Saison ein Spiel zwischen Köln und Iserlohn auf den Samstagnachmittag verlegt, von dem letztendlich kaum zwei Minuten zeitversetzt übertragen wurden. Für die Mannschaften war diese Verlegung logistisch ziemlich problematisch, da nicht einmal eine ordentliche Vorbereitung möglich war. Sie hatten schließlich am Vorabend auch schon ein Spiel.

Gelobt wurden aber in Sachen Free-TV die Übertragungen auf Eurosport. Allein schon durch den festen Sendeplatz am Dienstag hat man einen gewissen Wiedererkennungswert. Diese Übertragungen sind für den Zuschauer, der weniger in der Materie Eishockey steckt, leicht wieder findbar und auch für die Vereine gut planbar. Besonders gut fand Alex, dass SKY die Übertragung von 8 statt der vertraglich zugesicherten 5 Spiele im Free-TV ermöglicht hat.

Die Internetseite „DEL-TV“, auf der Zusammenfassungen vieler Spiele in Bild und Ton angeboten werden, war das nächste Gesprächsthema. Auch auf der DEL-Gesellschafterversammlung sollte dies besprochen werden. Die Liga wünscht sich, dass bald alle Vereine diese Bilder produzieren können. Diese Plattform soll in Zusammenarbeit mit SKY weiter ausgebaut werden, alle Vereine sollen in die Pflicht genommen werden. Es hapert momentan aber noch an der Umsetzung.

Danach wurde über den Spielplan für die nächste Saison gesprochen. Ein erster Entwurf liegt den Vereinen vor. Momentan sind sie in der Pflicht, die Spieltermine abzuklären und bei der DEL einzureichen.
Die grobe Rahmenplanung sieht vor, dass es in der kommenden Saison nur etwa zwei Dienstag-Spieltage gibt. Die Terminplanungen sind aber hier und da recht schwierig, da die Eishockeyvereine nur Mieter oder Zweitverwerter der Arenen sind und sich bei manchen Großveranstaltungen hintenan stellen müssen.
Der krumme, unübersichtliche Zustand des Spielplanes in dieser Saison soll auf alle Fälle ein Einzelfall bleiben.

Kontrovers diskutiert wurde wieder einmal das Thema der Auf- und Abstiegsregelungen. Ein geregeltes Verfahren wäre für die Fans sicherlich wünschenswert. Die Strukturen dafür gibt das deutsche Eishockey aber derzeit (noch) nicht her. Wirtschaftliche und rechtliche Unterschiede zwischen den Vereinen in den unterschiedlichen Ligen machen den Auf- und Abstieg einfach nicht realisierbar.
Derzeit sind die DEL und der Deutsche Eishockey Bund in Verhandlungen über einen neuen Kooperationsvertrag.

Verbesserungspotenzial gibt es auf Seiten der DEL sicherlich in Sachen Transparenz. Alex Morel gab uns Recht, dass einige Dinge wie der Kooperationsvertrag, der 9000-Punkte-Stadionplan, die Nachwuchs- und Ausländerregelung und vieles mehr seitens der DEL öffentlich besser rübergebracht werden sollten.

In Sachen Schiedsrichter hat sich mit Lars Brüggemann ein weiterer ehemaliger Spieler in die DEL hochgearbeitet. Seine Leistungen werden von der Liga sehr gelobt. Dennoch fehlt es leider weiterhin am Nachwuchs.
In Düsseldorf fand vor ein paar Wochen ein Stammtisch mit diem Schiedsrichter-Beauftragten Holger Gerstberger statt. Auf diesem Stammtisch wurden mit Hilfe von Videomaterial einige knifflige Szenen aus dieser DEL-Saison diskutiert. In eigentlich allen Fällen konnten die Fans von der Richtigkeit der Schiedsrichterentscheidungen überzeugt werden.
Die Düsseldorfer konnten den anderen Vereinen empfehlen, ähnliche Veranstaltungen selbst einmal abzuhalten.

Ein letztes Thema war die kürzlich gegen Moritz Müller ausgesprochene Geldstrafe. Müller hatte nach dem Derby gegen Düsseldorf bei der „Humba“ im Stadion über Mikrofon die Worte „Scheiß DEG“ gerufen. Er wurde dafür von der Liga mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro (davon 500 auf Bewährung) belegt.
Sicher ist die ganze Sache etwas überzogen und unnötig in die Öffentlichkeit gezogen worden, auf der anderen Seite muss sich ein Spieler aber auch einer gewissen Verantwortung bewußt sein und sich profihaft verhalten.
Man stelle sich vor, dass ein Spieler diesen Spruch in einem entscheidenden Play-off-Spiel in einer aufgeheizten vollbesetzten Halle bringt. Dies kann ziemlich unangenehm auf den Rängen werden. Die DEL will mit dieser Maßnahme also bei den Spielern auch ein gewisses Fingerspitzengefühl für den Umgang mit den Fans wecken.
Grundsätzlich ist die Aktion von Müller nicht wirklich schlimm, kann aber in anderen Situationen böse Folgen haben.



Aktion der EEHF

Die anwesenden FB waren sich einig, dass die Meinung der EEHF in Ordnung ist und grundsätzlich auch unterstützt werden kann, allerdings haben sich die Initiatoren wenig fundiert mit der Materie befaßt.
Außerdem ging die Aktion bis auf eine Rundmail völlig an den FB vorbei, es gab keine vernünftigen Absprachen und man ging erst wenige Tage vor den Spielen auf die Einzelnen zu – und dann, um sie bei der Arbeit mit einzuspannen (Banner transportieren, Flyer drucken und verteilen usw.)
Auch ein Bericht über diese Aktion, der in der Eishockey News veröffentlicht wurde, wurde ohne Absprache mit uns veröffentlicht.
Wir werden die EEHF zu der mangelhaften Planung und Koordination dieser Aktion anschreiben, Wir werden unsere grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklären, aber so unkoordiniert, wie es geschehen ist, kann es einfach nicht laufen. Offenbar ist die Mail der EEHF auch nicht an alle Vereine bzw. FB gegangen. Auch ein Statement in der Eishockey News wird von uns zu diesem Thema erfolgen.
Die DEL-Führung ist mit uns einig, dass unsere Arbeit, gerade die gemeinsame, zu wenig Beachtung findet.



Weitere kleinere und größere Dinge wurden teilweise in Einzelgesprächen erörtert und werden in nächster Zeit von den DEL-FB gemeinsam weiter entwickelt.

Franky
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 25. Feb 2011, 15:46

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht!!

Könntest du bitte kurz erläutern, was es mit der EEHF auf sich hat. Scheinbar ist das Thema völlig an mir vorbei gegangen :gruebel:
Sagt man Böses von dir, und es ist wahr, bessere Dich. Sind es Lügen, lache darüber. (Epiktet)

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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon tennisplatzis » Fr 25. Feb 2011, 15:53

Franky hat geschrieben:Vielen Dank für den ausführlichen Bericht!!

Könntest du bitte kurz erläutern, was es mit der EEHF auf sich hat. Scheinbar ist das Thema völlig an mir vorbei gegangen :gruebel:
Sieht so aus... klick mal hier. ;)
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Re: Treffen der Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 25. Feb 2011, 16:12

Das hab ich schon gelesen. Aber mich würde mehr die Sichtweise, bzw die Differenzen, die es scheinbar gegeben hat, von den FB interessieren ;)
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