Alte Normalität

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Franky
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 30. Okt 2020, 08:39

IrgendwannEinmal hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 08:10
Ich finde, casino hat jedwedes Recht, hier in einem Offtopic-Bereich krude Dinge zu posten, solange sie nicht auf rechtsextreme Webseiten o.ä verweisen.

Jeder hier hat aber auch das Recht, dir, casino, mit Blick auf deine "Posting-Historie" nicht zu antworten.

Da bin ich nicht ganz bei dir. Die Begründung findest du dazu hier im Video von "mailab": https://youtu.be/AxVov3SUA9I
Sagt man Böses von dir, und es ist wahr, bessere Dich. Sind es Lügen, lache darüber. (Epiktet)

IrgendwannEinmal
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon IrgendwannEinmal » Fr 30. Okt 2020, 08:55

Dies sehe ich tatsächlich etwas anders. Muss man - in meinen Augen - aushalten.

Franky
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 30. Okt 2020, 09:09

IrgendwannEinmal hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 08:55
Dies sehe ich tatsächlich etwas anders. Muss man - in meinen Augen - aushalten.
Aushalten bis zu einem gewissen Grad. Mir als Administrator ist das Forum als ganzen wichtiger, als eine individuelle Person. Und da muss man abwägen, ob man sich dann besser von einer Person, die das Forum vergiftet und kaputt macht, trennt oder eine Diskussion komplett durch Threadschließung unterbindet, womit ich andere mitbestrafe, die eine Diskussion besser führen können. Ich kann nur für mich sagen, dass mein Geduldsfaden nicht mehr sooo lang ist.
Um den Bogen zum Thema Corona zu bekommen.. Auch hier mangelt es bei manchen (ok.. bei einem) an Eigenverantwortung; der Egoismus und Selbstdarstellung ist scheinbar wichtiger, als das Kollektiv und das kotzt mich an.
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soese1
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon soese1 » Fr 30. Okt 2020, 09:38

Franky hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 09:09
IrgendwannEinmal hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 08:55
Dies sehe ich tatsächlich etwas anders. Muss man - in meinen Augen - aushalten.
Auch hier mangelt es bei manchen (ok.. bei einem) an Eigenverantwortung; der Egoismus und Selbstdarstellung ist scheinbar wichtiger, als das Kollektiv und das kotzt mich an.
Ich würde mal meinen, dass es uns allen regelmäßig schlecht wird ob dem Dreck den Casino hier seit Wochen von sich gibt.
Dennoch sehe ich es, bei allem Verständnis um deinen überstrapazierten Geduldsfaden genau so wie IWE und ich möchte
schon auch noch selbst darüber entscheiden, ob ich mir den Schwachsinn reinziehe oder nicht.
Möchtest Du dich von diesem selbstverliebten Spinner etwa wirklich dazu treiben lassen hier zu zensieren ?!

Wenn einfach Niemand mehr darauf reagiert, dann denke ich wird er es auch endlich merken, dass er hier seit
Wochen nur für sich selbst schreibt und schon lange nicht mehr mit, sondern nur noch über ihn diskutiert wird.
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Sir Henry
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Sir Henry » Fr 30. Okt 2020, 09:48

...und schon ist die Büchse der Pandora wieder geöffnet :roll:
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Franky
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 30. Okt 2020, 10:08

@soese1: Noch ist der Faden ja da ;)


Aber der Sir Henry hat Recht... lasst uns zum Thema zurück kommen !
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Brick Top
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Fr 30. Okt 2020, 15:00

casinosoul hat geschrieben:
Do 29. Okt 2020, 18:24
Aufgrund des ganzen, wochenlangen Shitstorm gegen casinosoul werde ich zunächst euch berichten, was so alles debattiert wird. ...
Ich werde aber Bericht und Meinung strikt trennen. Shitstormkommunikation ist mir definitiv zu banal.

Jetzt wird schon geradezu cäsaresk in der 3. Person von sich selbst geschrieben. :cool:

Die letzten beiden Sätze sind vor dem Hintergrund des über Seiten gepredigten Shitstorms unterhaltsamer Slapstick. :D
Also wieder einmal der Versuch der Projektion, so langsam wird es langweilig. :floet:

Ich kann mir vorstellen, dass der Stachel tief sitzt, wenn man mit seinen Täuschungsmanövern dermaßen auffliegt.
Der ständige Versuch Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft sowie Presse bzw. Medien verächtlich zu machen, die jeweils längst widerlegten Falschbehauptungs-Mantras, das Worte verdrehen von Forumsusern sowie die gezielt gesetzten Unwahrheiten, um bei von all den Einschränkungen strapazierten Forumslesern eine Stimmung in Richtung der eigenen Ideologie zu erzeugen, haben hier einerseits null verfangen, vergiften jedoch in der Tat das Forum, da bin ich ganz bei Franky wie JudgeDark, die zum Glück kein Hetz-Ministerium in ihrem Moderatoren-Team frei haben. :cool:
Zudem schießen die Forderungen nach einem Konzept, das wissentlich Menschen opfert, und das mehrfache Karikieren der schrecklichen Todeszahlen Schwedens weit über das Ziel hinaus.
Und wie sich das anfühlt aus einem Forum rauszufliegen, da besteht ja auf Grund der dahingehenden Vorbelastung durchaus Erfahrung, wenngleich bisher diesbezüglich keine Butter bei die Fische getan wurde.

Die letzten drei längeren Posts stellen sich dagegen durchaus anders dar. Auf o.a. Mittel wird verzichtet, und den Ausführungen kann man zustimmen bzw. nicht. Sogar die angesetzten Beschränkungsmaßnahmen werden bislang nicht ausgeschlachtet. Okay, ein Absatz gegen mich (Ich bleibe mal bei der 1. Person. :D ) musste wohl sein, man muss auch gönnen können. Da war das Bedürfnis nach Selbstmitleid zu groß, das kann man zugestehen, wobei Einschätzungen und (gefälschte Nicht-) Fakten schon ein Unterschied sind, das sollte klar sein. Da sich einige der hier platzierten Falschmeldungen jedoch nur noch schwerlich mit Naivität höchsten Grades begründen lassen, werden enttarnte Lügen auch als solches bezeichnet, und wenn das Geplärre danach noch so groß ist.

Mit Ignoranz hatte ich es auch versucht, aber irgendwann hat dann jeweils wieder jemand was geschrieben, so wie ich jetzt. :cool:
Es besteht aber auch die Frage, ob man einen Thread in dem Sinne aufgibt und komplett einem Einzigen, der alle anderen verprellt hat, überlässt.
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soese1
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon soese1 » Fr 30. Okt 2020, 16:02

Brick Top hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 15:00

Mit Ignoranz hatte ich es auch versucht, aber irgendwann hat dann jeweils wieder jemand was geschrieben, so wie ich jetzt. :cool:
Es besteht aber auch die Frage, ob man einen Thread in dem Sinne aufgibt und komplett einem Einzigen, der alle anderen verprellt hat, überlässt.

Man muss den Thread nicht aufgeben und einem einzelnen überlassen um diesen zu ignorieren.
:)
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Schwabenrooster
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Schwabenrooster » Fr 30. Okt 2020, 16:41

Weihnachtsmarkt ade,... ist auch richtig so nach den letzten Werten aus Iserlohn. ;)

https://www.lokalkompass.de/hagen/c-rat ... 4FrM6N5s9E
Blau-und-Weisse Tradition unser Herz schlägt nur für Iserlohn, ohhhhhh IEC! :jump: :jump: :jump:

Brick Top
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Fr 30. Okt 2020, 16:58

soese1 hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 16:02
Brick Top hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 15:00

Mit Ignoranz hatte ich es auch versucht, aber irgendwann hat dann jeweils wieder jemand was geschrieben, so wie ich jetzt. :cool:
Es besteht aber auch die Frage, ob man einen Thread in dem Sinne aufgibt und komplett einem Einzigen, der alle anderen verprellt hat, überlässt.

Man muss den Thread nicht aufgeben und einem einzelnen überlassen um diesen zu ignorieren.
:)

Auch wieder wahr, selbst wenn das dann nicht alle mitbekommen. :cool:


Die Weihnachtsmarkt-Absagen waren tatsächlich absehbar.
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casinosoul
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon casinosoul » Fr 30. Okt 2020, 18:31

@Brick Top

Du schreibst: "Die letzten drei längeren Posts stellen sich dagegen durchaus anders dar. Auf o.a. Mittel wird verzichtet, und den Ausführungen kann man zustimmen bzw. nicht."

Das war exakt meine Intention. Einfach Emotionen aus der angespannten Lage herauszunehmen. Meinetwegen gerne auf allen Seiten. Und eine sachliche Kontroverse wieder möglich zu machen. Ich denke, das brauchen wir alle. Siehst du das ähnlich?

JudgeDark
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Fr 30. Okt 2020, 18:44

Franky hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 08:39
IrgendwannEinmal hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 08:10
Ich finde, casino hat jedwedes Recht, hier in einem Offtopic-Bereich krude Dinge zu posten, solange sie nicht auf rechtsextreme Webseiten o.ä verweisen.

Jeder hier hat aber auch das Recht, dir, casino, mit Blick auf deine "Posting-Historie" nicht zu antworten.

Da bin ich nicht ganz bei dir.

Hier teilen Franky und ich die Meinung ... Brick hat so einige verdrehte Fakten und Lügen aufgedeckt, und da erlischt das Recht des Einzelnen irgendwann, Irgendwann.
Ist aber auch egal ... ! Wir schauen jetzt mal auf das, was da auf uns zukommen wird, insbesondere bei SARS-CoV-2. Die vielgelobten Schweden jedenfalls bekommen Probleme:

Corona in Europa: Schweden schlägt Alarm und weitet Maßnahmen aus
Update vom 29. Oktober, 16.12 Uhr: In Schweden schießen die Corona-Fälle rapide in die Höhe. Waren es am Mittwoch (28. Oktober) noch 2129 Neuinfektionen, hat sich die Zahl am Donnerstag auf 3254 erhöht, berichtet die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten. .... Die Menschen in der Hauptstadtregion um Stockholm sowie den Regionen Västra Götaland um Göteborg und Östergötland werden in den kommenden Wochen unter anderem dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten ebenso zu meiden wie den Nahverkehr und Veranstaltungen wie Konzerte oder sportliche Wettkämpfe. Ähnliches gilt bereits in der Region Uppsala und im südschwedischen Skåne (Schonen).

(Quelle: merkur.de)
Unter Eishockey-Profis gilt die Eissporthalle am Seilersee als einer der schlimmsten Orte auf Erden. Ach was, es ist die "Hölle", sagen die meisten.
(Süddeutsche Zeitung - Februar 2017)

Franky
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 30. Okt 2020, 19:25

@JudgeDark ; BrickTop, .. : Zum schwedischen Weg gab es vor ein paar Tagen ein Bericht in der Rheinischen Post:
https://rp-online.de/panorama/coronavir ... d-54222489

"Schweden hat bislang bei etwas über zehn Millionen Einwohnern knapp 6000 Tote gehabt. Für Deutschland hätte das bei 83 Millionen Einwohnern 50.000 Tote, vermutlich aber mehr bedeutet. Selbst das vorbildliche deutsche Intensivsystem wäre implodiert, es wären nicht nur zahllose Corona-Kranke gestorben, sondern auch viele Menschen mit anderen Krankheiten (etwa mit Herzinfarkten oder nach schweren Unfällen oder Operationen), denen kein Intensivbett mehr zur Verfügung gestanden hätte."

In der Nacht vom 26.10. auf den 27.10. sind in Schweden übrigens 15 Tote wieder auferstanden. Laut offiziellen Zahlen gab es am 26.10. 5.933 Tote und am 27.10. 5.918 Tote. Einen Gund für die Korrektur konnte ich nicht finden. Nur mal so, weil ja oft die Zahlen aus China angezweifelt werden. ;)
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Fr 30. Okt 2020, 20:06

Diese 15 Opfer sind der Beginn der Zombieapokalyse!
Unter Eishockey-Profis gilt die Eissporthalle am Seilersee als einer der schlimmsten Orte auf Erden. Ach was, es ist die "Hölle", sagen die meisten.
(Süddeutsche Zeitung - Februar 2017)

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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon casinosoul » Fr 30. Okt 2020, 20:08

@IrgendwannEinmal

Ich bin der Meinung, dass die öffentliche Debatte seit dem März schon sehr bizarre Züge angenommen hat. Inzwischen sehe ich aber eine Rückkehr des liberalen Meinungsstreits.

Wir alle sind der Meinung, dass rechtsradikale, rechtsextremistische und faschistische oder neofaschistische Postings, Links oder Bekenntnisse hier absolut nix zu suchen haben und sofort gebannt werden sollten. Ich vermute darüber hinaus, dass die jüngste AfD-Agitation ("Corona-Diktatur") wir hier alle ziemlich crazy finden.

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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon dafri » Fr 30. Okt 2020, 21:48

Ich bin skeptisch, das es nach dem Lock down deutlich entspannter zugeht mit der Pandemie.

Wie lange soll das Up and Down weiter gehen? Unbegrenzt Milliarden locker machen kann kein Staat.
Was passiert ab Januar ? Die zahlen gehen vielleicht runter ,werden aber ab Mitte Dez wieder hoch jagen. Nächster Lock down.

Brick Top
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Fr 30. Okt 2020, 23:17

@ casinosoul: Agree.

@ Franky:
Sehr aufschlussreicher Bericht, der es auf den Punkt bringt.

JDs Rückschluss hinsichtlich der 15 (statistisch) verschwundenen Toten erscheint mir am naheliegendsten. :D
Ich nehme schon mal den sicherlich hier abfahrenden "Train To Busan". :fluecht:
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casinosoul
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon casinosoul » Sa 31. Okt 2020, 13:14

Nach meiner Einschätzung funktioniert Contact-Tracing in einer Pandemie längerfristig nirgendwo. Weder in Schweden noch sonstwo. Das ist, so denke ich, eine Kontrollillussion. Nassehi schrieb in der FAZ vorgestern, eine komplexe Gesellschaft sei allenfalls im Kriegszustand steuerbar. Da stimme ich absolut zu.

Das durchschnittliche Alter der Covid-19-Verstorbenen liegt bei 83,2 Jahren, hier an meinem 2. Wohnsitz. Also über der durchschnittlichen Lebenserwartung. Wir stecken in einem moralischen Dilemma. Alle Entscheidungen im Leben sind auch ganz schwierige moralische Abwägungen. Aktuell sehe ich eine moralische Schieflage in der Debatte. Das sehe ich ähnlich wie Kubicki.

Zahlen über die Lage in den Krankenhäusern sind nur dann seriös, wenn sie wissenschaftlich evaluiert werden. Jetzt schießen allerlei Zahleneinschätzungen und Zahlenprognosen durch die Medien. Im Frühjahr gab es noch nicht einmal im Ansatz eine Überforderung der Krankenhäuser, wie wir seit Mai wissen. In diesem Winter wird es enger werden. Aber wie eng, dass wird man nur im Nachhinein sagen können. Alles ist jetzt Spekulation. Es gibt auch keine wissenschaftliche Evidenz für die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen. Das gilt sowohl für die aktuelle Adhoc-Strategie der Regierung Merkel als auch für einen "Strategiewechsel", den Streeck und andere Minderheits-Virologen empfohlen haben.

Personalengpässe in den Krankenhäusern werden von der Linken, den Gewerkschaften und kritischen Wissenschaftlern seit Jahrzehnten kritisiert. Merkel hat seit Jahren nichts dagegen getan. Auch Rot-Grün unter Schröder/Fischer nicht.

Besuchsverbote in Krankenhäusern gibt es bereits - teilweise. Sie werden sicherlich verschärft werden, was wohl leider unumgänglich sein wird.

Einen Überblick über die Bettenlage in D: https://www.divi.de/register/tagesreport

Aber auch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Im Mai 2021 wird man sehen, wie es gewesen ist. Ich erwarte keine existenzielle Überlastung der Krankenhäuser in D. Klar scheint mir aber schon zu sein, dass ernsthaft Nicht-Covid-19-Erkrankte Patienten "2. Klasse" sein werden.

Das ist meine Einschätzung. Man mag es anders sehen. Keiner hat die Wahrheit in dieser schwierigen Zeit bislang gefunden.

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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon casinosoul » Sa 31. Okt 2020, 16:27

dafri hat geschrieben:
Fr 30. Okt 2020, 21:48
Ich bin skeptisch, das es nach dem Lock down deutlich entspannter zugeht mit der Pandemie.

Wie lange soll das Up and Down weiter gehen? Unbegrenzt Milliarden locker machen kann kein Staat.
Was passiert ab Januar ? Die zahlen gehen vielleicht runter ,werden aber ab Mitte Dez wieder hoch jagen. Nächster Lock down.
Das ist m.E. der springende Punkt, dafri. Keiner weiß, was kommen wird. Auch kein mathematisches Simulationsmodell. Totale Ungewissheit. Ich glaube, wir sollten uns das eingestehen. Irrtümlicherweise bin ich noch vor wenigen Tagen davon ausgegangen, dass es nur lokale bzw. regionale Lockdowns geben wird. Nun haben wir den bundesweiten Teil-Lockdown. Wenn wir eines lernen können seit März, dann, dass die Halbwertzeit von Experten- oder Laienprognosen kaum mehr als 24 Stunden ist.

Ich erlaube mir jetzt mal, etwas zu spekulieren und meine Gedanken mit Euch zu teilen. Wie geht es weiter? Bzw. wie geht die Krise aus? Ich will jetzt nicht über Zahlen oder Tote spekulieren, über ausgelastete oder nicht ausgelastete Krankenhäuser. Ich spekuliere jetzt einfach mal, wie wir, also die Gesellschaft, auf Corona reagieren werden, wenn wir alle erschöpft sein werden. Damit möchte ich keinen von euch provozieren. Nur zur (sachlichen) Kritik, zum Widerspruch, zum Nachdenken anregen. Schließlich leben wir nicht in einer "Corona-Diktatur", wie die schreckliche AfD meint. Ich möchte ein allerletztes Mal anmerken, dass hier wohl keiner an den ganzen Verschwörungsquatsch ("Plan") glaubt.

Meine spekulative Prognose: Irgendwann wird die Politik rat- und planlos, die Ökonomie ausgezehrt und die Leute erschöpft sein (wirtschaftliche Ressourcen, politische Legitimation, mentale Erschöpfung). Die Leute werden der Politik weiterhin folgen, aus unterschiedlichsten Gründen: aus Überzeugung, aus Ratlosigkeit, aus Ungewissheit, aus Angst vor dem Virus, aus Angst vor Stigmatisierung und Bestrafung bei abweichendem Verhalten. Oder schlicht, weil sie Überbrückungshilfen bekommen. Einige glauben, dass, wenn sich alle an die Maßnahmen halten würden, die Pandemie plan- und kontrollierbar wäre. Sollte doch alles schief gehen, sagen einige dann, dass andere schuld waren oder es ja so kommen musste. Wenn es doch anders kommen sollte, als in den apokalyptischen Prophezeiungen "vorhergesagt" wird, dann heißt es dann hier und da lakonisch: Es war doch nicht so schlimm. Einige räumen dann ein, dass sie schief lagen, mit ihren dunklen Dystopien, andere verdrängen ihre Fehleinschätzungen usw.

Ich denke: Wo es Maßnahmen-Gläubige gibt, gibt es auch immer Indifferente, Zweifler, Nichtgläubige. Wir werden im späzen Frühjahr sehen, wer "richtig" lag, bzw. wie der Streit um die "Richtigkeit" der Einschätzung dann ausgetragen werden wird. Am Ende wird jedenfalls die Politik immer "recht behalten", so meine Erwartung.

Dann, wenn wir alle erschöpft sein werden, Politik, Wirtschaft und wir, wird sich die Wahrnehmung der Krise verschieben. Ich denke, es wird über kurz oder lang eine Rückkehr zur „alten Normalität“ geben. Das kann 2022 sein – oder wann auch immer. Wer weiß das schon. Es wird jedenfalls, so vermute ich, eine Rückkehr zur alten Wahrnehmungsnormalität geben. Die Politik wird, wie immer, um Zustimmung werben, sie wird uns erklären, dass ihre Maßnahmen „alternativlos“ waren. Die Leute werden sich das anhören. Einige werden dann sagen, die Politik hat das „Notwendige“ getan, andere werden sagen - oder denken, ich habe mich an die Maßnahmen (weitgehend) gehalten, nicht weil ich von der Sinnhaftigkeit wirklich überzeugt war, sondern weil ich nicht auffallen wollte, oder mir auch nichts Besseres einfiel. Ich vermute: Die wachsende Entfremdung, in Teilen der Bevölkerung, vom repräsentativen demokratischen System wird sich fortsetzen. Corona scheint mir da nur ein Katalysator von Entwicklungen zu sein, die man schon länger beobachten kann.

In jedem Falle, so denke ich, wird die Politik ihre "Erfolge" bei der "Eindämmung" der Pandemie den Leuten anpreisen, um Folgebereitschaft zu sichern. Es wird wohl als Triumpf der "nationalen Entschlossenheit" und als Zeichen einer „solidarischen Kraftanstrengung“ gedeutet werden. Denkbar ist aber auch, dass die meisten das Gefühl haben werden, dass die Politik genauso ratlos und konzeptionslos war wie sie selbst. Jedenfalls werden die Leute, so vermute ich, irgendwann nur noch müde und ausgezehrt, irgendwann des Themas überdrüssig sein. Sie wollen irgendwann wieder zurück zur alten Normalität. Die propagierte Exit-Strategie Impfung wird die Politik den Leuten als Heilsbringer anpreisen. Die Impfung soll uns allen kollektive Erlösung stiften. Aber schon jetzt sind Risse unübersehbar. Schon jetzt ahnen wir ja, dass es keine sichere und dauerhafte Immunität geben wird.

Ob die Impfung etwas nutzt oder nicht, darauf wird es letztlich nicht wirklich nicht ankommen. Hauptsache, man glaubt dran. So wie bei der Maske. Die "Zahlen" werden dann Schritt für Schritt aus der Wahrnehmung - und den Medien - verschwinden. Corona wird ins allgemeine Lebensrisiko eingehen. Auch die Spanische Grippe, die man m.E. nun überhaupt nicht mit Corona vergleichen kann, ist ja nie wirklich verschwunden. Wir erleben jährliche Grippewellen, ohne dass sie Anlass für eine große mediale Aufregung wären. Siehe hier ein paar Nachrichten aus 2017 und 2018, die an uns allen vorbeigerauscht sind:

Kliniken schließen wegen Überlastung ihre Notaufnahmen. Februar 2017:
https://www.welt.de/regionales/bayern/a ... ahmen.html

„Influenza Grippe legt Krankenhäuser und Ämter lahm. Bus- und Bahnverbindungen fallen aus, weil Fahrer fehlen. OP-Säle bleiben geschlossen, weil Ärzte erkrankt sind. März 2018
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagn ... 98398.html

Drei-Schicht-Betrieb wegen immer mehr Grippe-Fällen. Totenstau im Krematorium März 2018:
https://www.bild.de/regional/dresden/gr ... .bild.html

So wird es auch wohl mit Corona werden. Wir werden die Coronakrise in ein paar Jahren schlicht vergessen. Hinzu kommt, dass das Virus sich im Laufe seiner Mutationsgeschichte wohl abschwächen wird. Es wird auch nicht mehr für die Alten so tödlich sein werden. Hoffe ich jedenfalls. Wenn es seinen Wirt tötet, beraubt es sich ja selbst seiner Existenzgrundlagen. Das kann man wohl aus der Evolutionsgeschichte des Menschen ableiten.

Alles wird wieder "normal" werden, auch wenn es etwas länger dauern könnte. Und manche werden dann sagen: Wir sind nie modern gewesen.

Plausibel? Oder nicht? Ich bitte um Widerspruch!

Schwabenrooster
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Re: Alte Normalität

Ungelesener Beitragvon Schwabenrooster » Mo 2. Nov 2020, 09:58

Heute gab es einen offenen Brief von Laschet, der NRW-weit veröffentlicht wurde:
„Deshalb brauchen wir in diesen Tagen vor allem eines: Solidarität.“ Man müsse etwa an die Alten und Kranken denken, für die das neuartige Coronavirus eine tödliche Bedrohung sei. Ziel der Maßnahmen sei es, „die Gesundheit der Verwundbarsten“ zu schützen, Kitas und Schulen offenzuhalten und das Wirtschaftsleben aufrechtzuerhalten. „Es kommt jetzt wieder auf uns alle an“, schreibt Laschet. Es gelte, zu Hause zu bleiben oder so wenige Menschen zu treffen wie möglich und sich an Hygieneregeln zu halten.
Das ist die Kernaussage. ;)
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