Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Mi 17. Mai 2017, 18:39

Kann ja alles eintreten und dann werden sich die Kanadier umschauen! :D ;)
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon MeikelWuulw13 » Do 18. Mai 2017, 10:26

Nicht ein noch aus werden sie dann wissen. :nicken:
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Do 18. Mai 2017, 22:37

2:1 für Kanade, der Traum ist vorbei. Kanada war klar überlegen ... ohne Grubauer wäre das eine klare Angelegenheit geworden. Aber man hat sich reingehängt, das muss man dem deutschen Team lassen.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon MeikelWuulw13 » Fr 19. Mai 2017, 12:01

Hier kommt noch mal das gute alte Schnellanalyse-Prinzip, sortiert nach Tops und Flops, das etwas aus der Mode gekommen ist. Die Bewertung erfolgt nicht unter der Maßgabe "ich in ein Underdog und möchte mich gut aus der Affäre ziehen", sondern unter "ich kann auch Eishockey spielen und möchte Kanada schlagen".

Tops
Grubauer (Weltklasse-Torwartleistung)
MoMü (zähe Sau, trotz Schulterverletzung nicht kaputt zu kriegen)
Kink (der hat Mumm und traut sich was, und seine Checks bringen auch was)
Familie Seidenberg ("coole Socke" hinten und im Aufbauspiel ne Bank, "Klein und gemein" vorne robust und selbstbewusst und mit dem Tor)

mal so mal so
Ehrhoff ... man merkte den Willen und den Anspruch, aber er ist im Vergleich zu früher relativ unbeweglich und langsam geworden
Wolf ... mein Gott wie unglaublich läuferisch limitiert der ist, aber er kämpft wie ein Schwein (im positivsten aller Sinne) und hat die Canucks garantiert gut unterhalten und vielleicht sogar beeindruckt
Ehliz, Tiffels, Draisaitl ... nicht wirklich was zustande gebracht, aber unermüdlich und unkaputtbar
Reul, Hördler ... grundsolide und mit wenig Fehlern, aber ohne jeden Freiraum, offensiv was zu machen

Flops
Abeltshauser, Hager, Reimer, Macek, Krüger, Schütz, Fauser, Kahun (als Beispiele) ... im Ligenbetrieb alles Granaten, aber gegen Kanada blass und unscheinbar, viel zu viel Respekt vor allem im Unterzahlspiel

Unter der nicht gewählten Maßgabe hätte ich wahrscheinlich gesagt "tolle Mannschaftsleistung, will keinen hervorheben, alle haben alles gegeben, was sie hatten".

Manche hatten eben zu wenig, und das sah man deutlich, und das war das Problem.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Warlock » Fr 19. Mai 2017, 17:02

Zunächst einmal muß man festhalten das die Ahornblätter ernst gemacht haben.In früheren Spielen gegen Deutschland konnte man sehen das sie ihre Defensive vernachlässigt haben das war gestern nicht der Fall.Gerade im zweiten Drittel war das mit das beste was ich je gesehen habe.
Das Leute wie Tiffels,Kahun usw nicht so durchsetzungsfähig waren ist für mich normal.Gegen so abgezockte Spieler kommen die Pubertierenden halt schnell an ihre Grenzen.
Enttäuscht war ich von Spielern wie Schütz ,Reimer was der Reimer an Scheiben vertändelt oder an Fehlpässen verlohren hat war heftig.
Tja und mit dem Polypen Grubauer statt Prallbock aDB wären wir glaube ich in der Vorrunde auf Platz 3 gekommen.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Fr 19. Mai 2017, 18:55

Warlock hat geschrieben:Tja und mit dem Polypen Grubauer statt Prallbock aDB wären wir glaube ich in der Vorrunde auf Platz 3 gekommen.


Und das ist die wichtigste Erkenntnis wie ich finde ... mit Greiss oder Grubauer und ich glaube auch mit Brückmann wäre man wirklich auf Platz 3 gekommen und somit Kanada aus dem Weg gegangen. Die waren in der Defensive wirklich verdammt stark und man hat einfach gesehen, was die Jungs technisch und körperlich drauf haben. Das Spiel gegen Russland wird der Knaller der WM!

Ansonsten muss ich Meikel zustimmen, gar nicht so falsch seine Analyse.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Franky » Fr 19. Mai 2017, 19:37

Ich stimme der Analyse nur bedingt zu.
MoMü und King würde bei mir unter "war okay" einsortiert werden. Ehrhoff, Ehliz, Tiffels, Draisaitl unter der Kategorie "ohne die, hätten wir nicht mal das VF erreicht".
Man sah schon recht deutlich, wer in Amerika sein Geld verdient(e) und wer es nur bis in die DEL geschaft hat. Warum Christian Ehrhoff bei Meikel so schlecht weg kam, kann ich nicht nachvollziehen. Sein Überblick, seine Pässe und Schüsse von der Blauen waren überzeugend. Draisaitl nicht viel zustande gebracht? Hmm, dann schau dir die Spiele nochmal an und seine Laufwege mit Puck. Einige DEL-Spieler würden diese Wege durch die gegnerischen Reihen nicht mal ohne Puck stolperfrei hinkriegen :D
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Fr 19. Mai 2017, 20:35

Draisaitl hat stark gespielt, keine Frage ... aber am Ende fehlte die Effektivität, wollen wir es mal so nennen. Dazu muss man auch sagen, dass er ne lange Serie in der NHL in den Knochen hatte und er eben sehr spät zur Mannschaft gestoßen ist. Außerdem macht eine Schwalbe noch keinen Sommer. ;)

Die Verletzung von Rieder war auch noch ein Faktor, der dem Team nicht so gut getan hat ... da ist viel Energie und Durchschlagskraft verloren gegangen!
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon MeikelWuulw13 » Fr 19. Mai 2017, 22:17

Ich muss nicht immer recht haben und kämpfe auch nicht drum. Aber ich meinte meine Topflopanalyse nur isoliert auf das Kanada-Spiel bezogen, und nicht auf die ganze WM. Es interessiert mich, wo der Unterschied zwischen Kanada/Russland und Deutschland ist. Ist vielleicht ein Zeichen von abnehmendem Respekt des deutschen Fans, sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, und nicht einfach zu sagen, die sind Greatness und wir sind Würste.

Ein ganzes Fanvolk wieder mal reif für die Klapse. Ein Gefühl wie einst Ende März 2008. Immerhin.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Sa 20. Mai 2017, 01:53

Bin gestern Nacht zurück von meinem dritten Kölner WM-Trip gekommen.

Nachdem ich mir am Dienstag das Mittagsspiel noch zu Hause im TV angeguckt hatte, in dem die Schweden nicht mehr als nötig gegen die insgesamt enttäuschenden Slowaken für einen Sieg taten, habe ich mich danach wieder auf die A1 begeben, bei einer Freundin in Ehrenfeld geparkt und habe dann per ÖPNV (Alle WM-Karten gelten als Tickets für den jeweiligen Tag im dortigen VRS!) nach Deutz über den Rhein gesetzt. Dort erst mal in die FH-Sports-Bar gegangen und zur Pizza Team Slovenska Russland vs. USA geschaut, das mal ein echter Eishockey-Knaller und eine weitere Einstimmung auf die Finalrunde war! Der Sieg der Amis ließ ein wenig den Ärger über die durch die adB-Nominierung verschenkten Punkte verrauchen, so dass es so oder so auf Spiel 7 (Das kennt man ja! :cool: ) ankam, in dem es dann um Platz 4 ging.
Danach auf dem kurzen Weg zur Arena mit Würzburgern gequatscht, bei denen demnach Eishockey keine kommunale Lobby hat, und vor selbiger noch mit einer Gruppe Augsburgern zusammen gesessen. Einer von denen konnte direkt neben mir offenbar ausschließlich sehr laut und mit Kermit-Stimme sprechen, wobei letzteres zum grünen Trikot passte. Der Rest seiner Begleiter schien sehr froh zu sein, dass sich mal jemand anders mit ihm befasste. Allerdings nur wenige Minuten, dann stand ich zu deren Unfreude auf und ließ sie mit ihrem Megafon-Frosch allein. :D
Zuvor begegnete ich nochmal dem russischen Depardieu-Double, den ich zuvor an dieser Stelle schon mal als einzigen Unsympathen erwähnt hatte, und spielte erneut auf die nun nach der Niederlage gegen die USA Viertelfinal-gegebene Steuer-Butter-Heimfahrt nach Paris an. Er kam sich wieder verarscht vor, zurecht! :D

Di, 16.05., 20:15 Uhr: Deutschland - Lettland 4:3 n.P.
Die Arena füllte sich zusehends, während innen wie drinnen die Anspannung vor diesem "Do-Or-Die-Game" spürbar war. Auch ein paar Letten hatten Stehplatz-Karten, sorgten auch ihrerseits für Stimmung, wurden jedoch jedes Mal von der Stimmgewalt der Team-Germany-Fans übertönt. Auch trug hier jeder wieder amtlich zur Stimmung bei, ohne jegliche Respektlosigkeit!
Sturm hatte offensichtlich Hartley mit der Startaufstellung überrascht, wenige Sekunden nach dem Eröffnungsbully wechselten die beiden lettischen Verteidiger umgehend. Leider wurde die deutliche Überlegenheit in Drittel 1 nicht in Tore umgemünzt. Nach dem Doppelschlag durch Wolf und D. Seidenberg sowie dem nach einem Check (Sah nach Cut wie beim Boxen aus!) in die Katakomben verschwindenden einzigen lettischen NHL-Spieler Girgensons verstand es die DEB-Auswahl wie beim Spiel gegen Dänemark erneut einen 2:0-Vorsprung zu verspielen. Erst hielt Grubauer u.a. mit einer sehr geilen Kellenabwehr noch die Null, dann jedoch ging es in die andere Richtung los. Der Anschlusstreffer Skvorcovs war schon ein unnötig gefangener Konter, bei dem Schuss war Grubauer die Sicht verstellt. Zum Schlussabschnitt wieder mit Girgensons am Start spielte Lettland sich in unserer Zone fest, es gelang keine Befreiung, und spätestens Dzerins Treffer ließ Gedanken meinerseits an eine Art Riga Revisited aufkommen! Allerdings führte Ehrhoffs ärgerliche Strafe zum Rückstand und der vermeintlichen Vorentscheidung, dass keiner der beiden Gastgeber die Finalrunde erreichen würde. Im Gegensatz zum Dänemark-Spiel erkannten die Schiris diesmal ein "Delaying The Game" auch als ein solches, als sich ein Lette einige Sekunden auf den Puck legte, und die folgende Überzahl sollte zu einem ähnlich emotionalen Moment wie letzten September auf dem Oberrang in Riga führen! Wildfremde Menschen lagen sich Block für Block wild schreiend in den Armen (Wobei man doch den einen oder anderen Team-Ticket-Germany-Inhaber des Blocks als Steh-Nachbar der gleichen Ecke halbwegs zuordnen konnte!) und bejubelten ein Tor, das praktisch erzwungen bzw. wobei der Puck bis ins Tor gearbeitet wurde. Bei der Overtime erhoffte ich mir gerade bei Draisaitl-Wechseln Überlegenheit, jedoch erspielten sich eher die Letten Vorteile, aber Grubauer war jeweils zur Stelle. Vor dem Penalty Shootout hatte ich Sorgen, ob dieses jemals bei diesen beiden Goalies jemals enden würde.
Kahun konnte seinen Game-Winner aus dem Slowakei-Spiel nicht wiederholen, Draisaitl muss wohl kurz eine Lücke gesehen haben, die Merzlikins dann wohl geschlossen haben muss, sah zumindest so aus, denn der Penalty wirkte eher brotlos für einen NHL-Star. Die Letten kamen alle nicht zum Erfolg. Und ausgerechnet Youngster Tiffels durfte den 3. Versuch angehen und ließ dann erneut alle Dämme in der Arena brechen! Und ich fragte mich, wieviel Lebenszeit ich wohl bei diesem Spiel verbraucht hätte! :gruebel:
Der Sieg war natürlich vom Ablauf her glücklich, gemessen an den Spielanteilen allerdings hoch verdient!
Danach nochmal sehr nette Gespräche mit Letten gehabt, die meinen Eindruck aus Riga untermauerten: Sehr aufgeschlossene, faire wie partyfähige Fans, die natürlich entsprechend traurig waren! Als ich dann nach dem Thriller viel später als angekündigt bei meiner Gastgeberin eintraf, war ich durch das Spiel doch etwas fertig. Ich konnte der geführten Kommunikation intellektuell kaum noch folgen, schlafen konnte ich auch später erst mal nicht, was aus einem solchen Grund allerdings verschmerzbar ist. :)

Am ersten WM-Day-Off stand für mich ein Köln-Kontrastprogramm-Konzert auf dem Plan, bei dem neben zwei US-Bands auch eine italienische rockte. Musik machen können sie immerhin noch! :cool:
In der Nacht ging es dann zurück.

Do, 18.05., 16:15: USA - Finnland 0:2
Tags darauf sind wir es dann mal als Zugtour angegangen. Mit Pils und guter Laune begaben wir uns auf Viertelfinal-Tour. Zu regnerischem Wetter sind wir erst mal in der American Sports Bar abgestiegen. Nachdem wir noch ein paar Schwarzmarkthändler vertrieben hatten, die meinem Kumpel ein übriges VF-Ticket fürs Nachmittagsspiel für 10 € abkaufen wollten, da blieb er dann lieber drauf sitzen! :rauf:
Die in der Vorrunde enttäuschenden Finnen hatten ordentlich Fans mitgebracht, Schweizer und Weißrussen hatten ihrerseits jeweils auf Platz 4 in Gruppe B spekuliert. Das ging ja dann jeweils in sehr unterschiedliche Richtungen und jedenfalls keinem Viertelfinale in Köln los. Mit Schweizern etwas ob ihres Landes rumgeunkt, die Weißrussen mit Lukaschenko-Chants aufgezogen, und wie bewährt teure nicht gekaufte Plätze einnehmend konnte es vor halb gefüllter Halle los gehen.
Die Finnen zeigten, warum sie nicht mehr bringen konnten, schossen jedoch das erste Tor, die Amis kamen nicht gegen immer mehr verwaltende Finnen ins Spiel, dachten aber wohl, dass sie das als Gruppensieger noch spätestens im Schlussdrittel locker drehen würden. Dann schossen die Finnen noch ein Tor, machten die neutrale Zone gut zu und alles, was durchkam, hatte Goalie Harri Säteri.
Mein Kumpel zog in den Drittelpausen wie nach dem Spiel jeweils verschiedene Kassel-Huskies-Fans an, die allesamt erst seit drei Jahren Fans seien und sich alle nicht an den DEL-Schmu um deren windigen Anwalt Westhelle erinnern konnten. Da wurde offenbar mal eine ganze Stadt geblitzdingst. :cool:
Das war fast schon das Interessanteste in diesem eher unterdurchschnittlichern Viertelfinale. Die einen konnten nicht mehr, und die anderen waren wie bzw. warum auch immer nach 6 Siegen in Folge gegen zum Teil weit stärkere Gegner völlig indisponiert.

Do, 18.05., 20:15: Kanada - Deutschland 2:1
Das letzte Mal hatten wir dieses Duell vor zwei Jahren in der Vorrunde in Prag gesehen. Da unterlag eine deutsche B-Auswahl gegen sehr starbesetzte Kanadier mit 0:10. Diesmal waren Crosby und manch anderer nicht bei Team Canada dabei, und nichtsdestotrotz nur etwas weniger starbesetzt gab es auf ein weit besser besetztes DEB-Team vermutlich astronomisch hohe Wettquoten. Die nicht ganz ausverkaufte Kulisse war bereitet für dieses Spiel zwischen dem Eishockey-Imperium schlechthin und dem kleinen gallisch-gotischen Dorf ohne Zaubertrank. Die Atmosphäre stimmte, das wurde allein ersichtlich, als Alex Killorn bei einem Bully außen am Kreis erst mal den Blick ungläubig kreisen ließ, sowas kannte er wohl aus Paris nicht, geschweige denn aus Nordamerika! :twisted:
Team Canada war überlegener, als es das Ergebnis aussagt, Deutschland dagegen bei eigenen Angriffen etwas überhastet bzw. unstrukturiert, Grubauer hielt das DEB-Team allerdings im Spiel. Die beiden Canucks-Tore waren top konsequent heraus gespielt. Obendrein spielten die Kanadier ein brutal gutes Forechecking wie in Unterzahl ein kaum Raum gebendes Penalty Killing. Yannick Seidenbergs Tor entsprang dann auch eher einem saustarken Pass von Ehrhoff und seinem daraus resultierenden Quasi-Penalty, den der sonst tadellose Bruder unseres seit kurzem Ex-Goalies, Calvin Pickard, nicht halten konnte. Das ließ die Arena nochmal um so mehr tosen. Dass Kanada den Gastgeber erst viel später als sicherlich gedacht den 6. Spieler für Grubauer bringen ließ, war symptomatisch für deren Qualität. Was Draisaitl in seinen 3 Spielen gezeigt hat, war etwas für Eishockey-Augen! Für die anschließende Nominierung der drei besten deutschen Spieler des Turniers hätte ich aber eher Akteure, die mindestens 5 Spiele bestritten haben, gewählt. Aber gut, das wird jedem Betreffenden relativ egal sein.
So stand am Ende das knappste Ergebnis der Viertelfinalspiele dieses Tages und ein sehenswertes Duell mit der starbesetzten Auswahl des Eishockey-Mutterlandes. Unsereins trank sich noch einige Gerstenkaltschalen mit Kanadiern und Fans aus aller Welt, bevor es im nächtlichen Zug zurück ging.

Nachdem Deutschland bereits letzte WM durch die Viertelfinalteilnahme drei Plätze nach vorne springen konnte (Weißrussland blieb noch mit dem minimalen Vorsprung von 5 Punkten davor, nachdem die hinter dem DEB-Team platzierten USA praktisch im Gegensatz zu dieser WM ins Viertelfinale kam!) und sich darüber für die Heim-WM endlich wieder einen angenehmeren Spielplan mit 7 Spielen in 12 statt in 10 Tagen sichern konnte, stand durch die Platzierungen der Konkurrenz schon vor dem Viertelfinale die Rückkehr auf Platz 8 fest. Somit steht man wieder da, wo man hingehört! Viel mehr wird auch kurz- bis mittelfristig nicht gehen, maximal die Schweiz könnte man noch relativ schnell bei entsprechenden Platzierungen überflügeln. Kann man diesen Platz halten, muss man auch keine Olympia-Qualis mehr spielen!
Man sieht anhand der letzten beiden WMs in Russland und daheim, was geht, wenn eine bestmögliche Auswahl spielt, und was nicht geht, wie in den Jahren davor. Das sah man auch dieses Jahr in Gruppe A an den praktisch in Bestbesetzung agierenden Letten und den mit sehr vielen Absagen auftretenden Dänen und Slowaken.
Insofern ist es Sturm und seinem Trainer-Team hoch anzurechnen, dass nun wieder alle in Frage kommenden Akteure für Deutschland spielen wollen und dies auch tun!
Obendrein hatte man vor wie während der Heim-WM einiges an Pech: Die Verletzung von Kapitän M.Goc im Vorfeld war bereits ein Nackenschlag. Der neue Kapitän danach, Ehrhoff, wie Goc mit reichlich NHL-Erfahrung ausgestattet, musste auch erst mal verletzungsbedingt passen, dann der Ausfall von Rieder und die verhältnismäßig hohe Sperre von Hager sowie die beiden NHL-Play-Off-Serien mit vier Deutschen, die beide bis ins 7. Spiel gingen! Dazu noch die Klamotte um Greiss! Vielmehr Pech und Unruhe kann man nicht haben!
Aber zumindest den Fliegenfänger adB hätte man sich wie uns echt ersparen können bzw. müssen! Diese Nominierung hätte neben sicherlich nicht nur meinen Nerven das Team beinahe das Viertelfinale gekostet. Auf eben dieser Position ist angesichts der Verhinderung von Greiss und des letztlich richtigen Wartens auf Grubauer ein Fehlgriff besonders heikel. So etwas wird dem Trainer-Team hoffentlich bis sicher kein zweites Mal passieren.

Die deutsche Nationalmannschaft hat wie die WM selbst vollauf überzeugt! :rauf: :rauf: :rauf:
Morgen geht es zu den finalen 4 Spielen über das Wochenende wieder nach Köln, wobei der Summit-Series-Klassiker der beiden Hockey-Giganten sowie das Skandinavien-Duell zweier weiterer Puck-Nationen schon over the top sind! :bounce:
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Sa 20. Mai 2017, 10:52

Danke für den Bericht und viel Freude mit dem Ausklang der WM! :)
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Sa 20. Mai 2017, 12:19

Die Firma dankt!
Und los geht's ins Final-Four-WE! :)
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Franky » Sa 20. Mai 2017, 12:20

Viel Spaß! Ich freue mich auf schöne Spiele und deinen Bericht :cool:
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Sa 20. Mai 2017, 18:04

Ein interessantes erstes Halbfinale was wir da gesehen haben! Es war nicht so das Eishockeyfest wie ich gehofft habe, aber es war ein klasse Spiel mit viel Härte und einem am Ende für mich unerwarteten Ausgang. Hätte nicht gedacht, dass sich die Russen da noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Tore der Russen waren eine Augenweide ... die der Kanadier bestachen durch Willen. Mal sehen gegen wen Kanada morgen ran muss ... !
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Schwabenrooster » So 21. Mai 2017, 03:13

JudgeDark hat geschrieben:Ein interessantes erstes Halbfinale was wir da gesehen haben! Es war nicht so das Eishockeyfest wie ich gehofft habe, aber es war ein klasse Spiel mit viel Härte und einem am Ende für mich unerwarteten Ausgang. Hätte nicht gedacht, dass sich die Russen da noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Tore der Russen waren eine Augenweide ... die der Kanadier bestachen durch Willen. Mal sehen gegen wen Kanada morgen ran muss ... !

Gegen Schweden. Go Canada 1 C! :lol:
ALLEZ ALLEZ ALLEZ ALLEZ KICKERS STUTTGART ALLEZ KICKERS STUTTGART ALLEZ
:schal: :schal: :schal: :schal:
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » So 21. Mai 2017, 10:11

Finnland gestern nur ein Drittel auf Augenhöhe. Ich denke Kanada wird es machen.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » So 21. Mai 2017, 19:53

Die Russen also mit Bronze, wobei man es im letzten Drittel nochmal spannend gemacht hat ... ! Gleich Finale ... mal sehen ob es ein Spektakel wird oder taktische "Schonkost"! ;)
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon MeikelWuulw13 » Mo 22. Mai 2017, 13:52

Soo, nu isse vorbei die Heim-WM. Schweden Weltmeister, Kanada Zweiter, Russland Dritter, Deutschland knapp im Viertelfinale und dann raus, Frankreich souverän die Klasse gehalten, im Prinzip alles wie erwartet und ganz ok. Sogar sehr nett ist es gewesen, vor allem mit den vielen Russen und ihrem Weihnachtsmann.

Was bleibt ?

Nach meinem Geschmack sollte zumindest das hier unbedingt noch mal gehighlightet (high gelightet ?) werden:

http://www.wz.de/lokales/krefeld/sport/ ... -1.2293999

https://www.youtube.com/watch?v=LJZ4kqp4HNk

Wer sonst soll uns daran erinnern, wenn nicht unser guter, milder Foren-Oppa ? Ach ja, und der gute Gerd.

Zu blöd, dass ich am Finaltag das dazu passende DEB-Fantrikot ausnahmsweise nicht an hatte, weil es einfach zu warm war. Schande über mich :red: . Nächstes Mal ganz bestimmt wieder.

R. I. P. #80
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon Brick Top » Mi 24. Mai 2017, 02:58

Finally:
Am Samstag ging es ein letztes Mal auf die A1 Richtung WM-Hauptspielort!

Diesmal hatte ich mich bei einem Freund auf ein Treffen in Ostheim eingeladen.
Als ich dort abfuhr, sah ich erst mal Hochhäuser und wollte schon "In The Ghetto" anstimmen, aber als ich durch das dortige Sauerländer Viertel mit einer Lüdenscheider wie einer Iserlohner Straße fuhr, war plötzlich alles wieder gut. Guck an! :cool:
Auto dort abgestellt, und direkt mit der Bahn die 4 bis 5 Stationen weiter zur Arena.

Zuvor ging es in die FH Sports Bar, wo sich ein etwas skuriller Zeitgenosse aus Hamburg zu uns an den Tisch gesellte:
Einerseits gerade arbeitslos, andererseits mit einem ermäßigten Venue Ticket über sämtliche in Köln stattfindenden 34 WM-Spiele ausgerüstet, war seine Rechnung, dass Russland ins Finale kommt und er dann wegen der massig anwesenden Russen für das reine Finalticket 1000 € bzw. mehr einnimmt und er somit seine Vorleistung nahezu wieder heraus habe. Nun ja, das hat ja dann fast geklappt, bzw. meine Pizza Team Rossiya war kein wirklicher Glücksbringer.
Die Beschreibung seines vorübergehenden WM-Komforts geriet auch unterhaltsam: Mit einem Wohnwagen am Rhein zu campieren kann man wohl mal machen, aus Spargründen lediglich alle drei Tage duschen als ausreichend zu betrachten, ist dann allerdings schon eine sehr subjektive Sichtweise.
Als er dann noch meinte, Schlechtes über die Iserlohner Fanszene zu wissen, wurde es allerdings blasphemisch. Ich hatte ihn allerdings schnell soweit einzuräumen, dass er dies nur über Hörensagen wisse und fortan zu dem Thema den Rand hielt. :cool:

Sa, 20.05., 15:15 Uhr: Kanada - Russland 4:2
Der alte Summit Series - Klassiker war dann schon mal ein amtlicher Halbfinal-Einstieg. Im Gegensatz zum donnerstäglichen Viertelfinale erblickte ich keine Iserlohnerinnen mit Canada-C-Trikots, was an sich ein cooler Gag in Köln war. Die Russen ließen allerdings auf sich warten. Team Canada kam wie für alle Teams üblich 2 Minuten vor dem 1. Bully aufs Eis, die Sbornaja ließ sich bis 20 Sekunden davor Zeit. Waren ja auch ungewohnt frühe Zeiten heute. :cool:
Die Intensität war in diesem Spiel schon unglaublich. Kanada nahm mehr Strafzeiten, während Russland in den ersten beiden Spielabschnitten effizienter war und somit 2:0 in Führung ging. Da dachten sich die Russen: "Das können wir auch." Und schon nahmen die Russen ab Ende des zweiten Drittels tendenziell die Strafen, während die Kanadier wieder ins Spiel fanden und nach einer ins Schlussdrittel mitgenommenen Strafe nach wenigen Sekunden in selbigem nutzten. Dass sie das Spiel noch in den letzten fünf Minuten drehten, war schon sehr cool, zumal ich ihnen in diesem Spiel die Daumen drückte, was auch spätestens beim ersten kanadischen Treffer offenkundig wurde, als ein wildfremder Canuck rein kaum und neben mir im Gang aufbrüllte und vor den Augen der kompletten russischen Nachbarschaft ein klatschendes High-Five anstand.

Nach dem Spiel in der Deutzer Einkaufszone gewesen, wo zwischenzeitlich ein einzelnes hupendes Auto mit 1.FC-Flaggen durchfuhr. Als einer den Eishockey-Fans drumherum erläuterte, dass es lediglich um Rundball ging, drehten sich alle unabhängig von Standplatz oder Nation seufzend mit abwinkenden Handbewegungen ab. :cool:

Sa, 20.05., 20:15 Uhr: Schweden - Finnland 4:1
Das Skandinavien-Duell war nicht weit weniger klassisch als zweites Halbfinale. Die Anzahl der Finnen hatte sich im Vergleich zum Viertelfinale nochmal deutllich erhöht. Entweder haben die alle im üblichen Suomi-Delirium den Gar du Nord nicht schnell genug gefunden oder man war tickettechnisch wohl doch eher von einem Viertelfinale in Paris ausgegangen.
Bereits nach 15 Sekunden hatten sich Spieler beider Teams das erste Mal in der Wolle, und das sollte sich noch ein paar Male wiederholen. Der schnellen schwedischen Führung folgte der ebenso schnelle Ausgleich. Im 2. Drittel wurde dann offensichtlich, dass sich die Finnen mit ihrer schwächsten WM-Besetzung seit Jahren einfach durch einen schlechten Tag der USA am Donnerstag lediglich ins Halbfinale verirrt hatten. Sverige legte vor und fuhr das Ding im Schlussdrittel souverän nach Hause. Am Ende fuhr King Henrik Lundquist offenbar introvertiert sehr zum Spaß seiner Teamkollegen zum falschen Ausgang, den er dann auch nahm. Irgendwann beim längeren, allein beschrittenen Weg durch die Katakomben wird er es gemerkt haben. :cool:

Danach wollte ich zum Kumpel-Umtrunk mit alten Bekannten.
Da die U-Bahn auf Grund irgendeiner Gefährdung an anderer Stelle (Ich vermute mal Fuppes-bedingt auf der anderen Rheinseite!) umgeleitet wurde, nahm ich ein Taxi.
Der junge Fahrer fuhr deutlich über Ultimo in der 50-Zone, wie noch nicht mal ich es tun würde, duckte sich dabei, spähte geheimnisvoll in alle Richtungen und meinte mir gegenüber in gebrochenem Deutsch wenig vertrauenserweckend, es wäre nicht so, wie es schiene, um kurz darauf beim Rechtsabbiegen auf die Linksabbiegerspur der Gegenfahrbahn der eingebogenen Straße zu geraten. Während ich mich mit dem Gedanken trug, dass es unter Umständen doch nichts mit dem Finale für mich werden könnte, verwies der offensichtlich auf irgendeiner Substanzrutsche unterwegs rasende Wahnsinnige an einer Ampfel stehend auf den Inhaber irgendeiner Kalk-Downtown-Klitsche zur Rechten und meinte, das wäre der Qasi-Paten-Babo von Köln. So hatte das auch noch Rundfahrt-Flair!
Dann doch in einem Stück abgeliefert, wurde mal wieder ein Vorhaben, dass der Abend nicht lang wird, traditionsbewusst nicht eingehalten. Manche Dinge ändern sich nie! :cool:

Am finalen Sonntag ging es nochmal in die FH Sports Bar, wo ich auf Leinwand die Hall Of Fame - Aufnahme u.a. eines sehr bewegten Uwe Krupp verfolgen konnte. Dann stand die Arena auf dem Plan.

So, 21.05., 16:15 Uhr: Russland - Finnland 5:3
Vor einer fast vollen Halle ging es nun um Bronze. Warum für Russland ein Extra-Hallensprecher jedes Duell der Sbornaja mit kommentierte, was dann schon mal die Aufstellungen vor dem Spiel in drei Sprachen arg lang werden ließ, ist ja an sich eine tolle Idee, warum den anderen Nationen mit überwiegend ähnlich vielen Fans dieses Privileg nicht zustand, wäre allerdings schon fragenswert. Oder wurde das letztes Jahr in St. Petersberg genau umgekehrt gehandhabt? Es gibt sicherlich wichtigeres, aber Gleichbehandlung ist bzw. wäre schon ein achtenswertes Prinzip.
Ein Zambonigate sollte nicht mehr erfolgen, zumal dieses fortan als Slovensko Oilgate firmiert. War das mit der slowenischen Hymne also präventive Vergeltung!? :cool:
Spätestens im Mitteldrittel legten die Russen auf 4:0 vor und waren somit auf Medaillenkurs. Danach wechselten die Finnen ihren Suomi-Harri wieder ins Tor, die Russen waren offenbar aus dem Halbfinal-Spielverlauf nicht schlauer geworden, und Suomi kam rund um die 2. Drittelpause nochmal auf 4:3 heran. Dabei wurde klar, dass die Finnen das coolste Goal-Horn haben, so eine Art finnischer Stimmungs-Rap in der Tradition von Ripuli. Dann legten die Russen nochmal eine Bude drauf, und der Drops war gelutscht.

Ich gönnte mir nochmal einen der Arena-Burger aus Presspappe, und draußen feierten sich Schweden mit Finnen von vielen abgelichtet auf den Tischen tanzend schon mal fürs Finale in Stimmung!

So, 21.05., 20:15 Uhr: Kanada - Schweden 1:2 n.P.
Als ob mich die IIHF nicht schon mit den wiederum im Vergleich zum Halbfinale späteren Zeiten genug geärgert hätte, so rückte das Finale um eine weitere halbe Stunde zurück wegen der speziellen Pre-Game-Show. Ähnlich wie bei der eigentlichen, die jedes Spiel ablief, wurde dafür das Eis als Projektionsfläche genutzt. Dass Cascada ihren WM-Song ein weiteres Mal aufführten, damit war zu rechnen. Dass dann aber noch ein weiteres Lied performt wurde, hätte nicht wirklich sein müssen.
Das Spiel hatte eine sehr hohe Intensität, und es ging hin und her. Kurz vor Ende des Mitteldrittels ging Schweden durch Hedmann in Führung, und ich vermisste erneut den Fan-Läufer aus dem Spiel gegen die USA, welcher nach dem ersten schwedischen Tor mit wehender Fahne einmal eine Oberrang-Runde am Geländer unter dem lauten Jubel des Publikums absolvierte, während immer absehbarer wurde, dass sich der Herr schnell zu Beginn dessen verausgabt hatte, was dann wohl auch so war. Kurz nach Wiederbeginn glich O'Reilly aus, und von da an wurde es noch mehr zum offenen Schlagabtausch. Die Torhüter entschärften fast alles. Bei Kanada hätte man auch annehmen können Chet hätte an Stelle von Calvin Pickard im kanadischen Tor gestanden, so sehr ähneln sich die beiden mit wie ohne Helm. Zwei Reihen vor mir war ein einzelner, ältere Russe mit rot-weiß-blau gefärbter Bart, wobei das weiß naturgegeben war, offensichtlich Proband des landsmännischen IIHF-Bandensponsors Xacka Vodka, bei dem die Folgen im Namen bereits angedeutet werden, was den Beipackzettel erspart. Dieser ältere Herr kreischte in einer Tour in einer Art klingonischem Russisch-Dialekt für Sverige bzw. gegen Canada und fiel dabei schon mal in den Gang um bzw. auf seine Vorderleute drauf, wenn der Bierrucksackkongolese ihn im Vorbeischreiten auch nur leicht tuschierte.
Eine Unterbrechung wurde darauf hingewiesen, dass Robert Müller auf den Tag genau vor 8 Jahren verstroben ist und das WM-Logo durch sein Konterfei aufgewertet ist. Bereits während der englischen Erklärung brach die Arena in tosenden Applaus aus, danach während der Deutschen natürlich auch nochmal. Gänsehaut!
So ging es dann in die hoch spannende Overtime und letztlich in den Penalty Shootout. Bäckström und Ekman-Larsson trafen, während die Kanadier keinen Puck ins Tor von King Henrik unterbringen konnten. Danach war die Zeremonie auf dem Eis groß, und die schwedischen Fans hatten wie nutzten allen Grund zu feiern.
Obendrein war mein am 1. WM-Wochenende getätigter Titel-Tipp genau aufgegangen! Wobei Kanada es natürlich genauso gut verdient gehabt hätte.
Was eine epische Schlacht! :coool:

Was bleibt, ist ein überragendes Fest mit vielen Deutschen, Letten, Schweden, Russen, Dänen, Slowaken und nachher auch Finnen sowie ebenfalls präsenten Kanadiern, Italienern und Amerikanern! Stimmungsvoll und fair, wie man es nur im Gleichklang sein kann! :rauf:

Meine 20 Live-Spiele und das ganze Drumherum würde ich genauso nochmal machen, wenn nächstes Jahr wieder Heim-WM wäre. Aber da dies wohl wieder ca. 10 Jahre aussteht, sofern man nicht einen Co-Gastgeber an Land zieht, kann ich in Ruhe abwarten, wie es dann aussieht. Bis dahin stehen sicherlich der eine oder anderen WM-Besuch über ein verlängertes Wochenende in Prag an!

Kritisch betrachten kann man sicherlich die Preise für Tickets wie Essen und Getränke. Über das IIHF-Merch will ich erst gar nicht anfangen, dieses ist sowieso immer in Relation teuer.
Dazu könnte man mehr aus dem Fandorf drum herum machen: Mehr Sitzmöglichkeiten, längere Öffnungszeiten, etc.. So optimal wie z.B. in Prag wird man es wohl nicht hin bekommen, dafür fehlt es am Platz, aber optimierbar ist dies auf jeden Fall!
Laut Programmheft war das Fandorf wohl über Köln verteilt bzw. an zentralen Plätzen Kölns gab es dort weitere Fandorf-Segmente. Diese habe ich nie besucht. Mein Schwerpunkt war Deutz am Spielort, wo man meiner Meinung nach auch ein Fandorf konzentrieren sollte, gleichwohl ich die linksrheinischen Innenstadt-Ableger nicht beurteilen kann.

Am Ende wurden die Ehrungen durchgegeben, wobei Dennis Seidenberg als bester Verteidiger und ins WM-All-Star-Team gewählt wurde, was man wie die weiteren als absolut verdient bezeichnen kann! :rauf:

Ergo: Es waren überragende 17 Tage! :rauf: :rauf: :rauf: :rauf: :rauf:
Zuletzt geändert von Brick Top am So 28. Mai 2017, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eishockey-WM in Frankreich und Deutschland 2017

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Mi 24. Mai 2017, 11:00

Danke für den Bericht ... ! :)

Allerdings hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen ... :

Sa, 20.05., 15:15 Uhr: Kanada - Russland 2:4

Ich denke der Fehler fällt dir selber auf! ;)
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Unter Eishockey-Profis gilt die Eissporthalle am Seilersee als einer der schlimmsten Orte auf Erden. Ach was, es ist die "Hölle", sagen die meisten.
(Süddeutsche Zeitung - Februar 2017)
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