Bericht vom Sommertreffen 2017 der DEL-Fanbeauftragten

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Bericht vom Sommertreffen 2017 der DEL-Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon alf67 » Mi 26. Jul 2017, 12:58

Hallo Roosters-Fans,

Am ersten Juli-Wochenende fand das alljährliche Treffen der DEL-Fanbeauftragten statt, diesmal waren die Kollegen aus Krefeld unsere guten Gastgeber.
Mit dem nachfolgenden Bericht möchten wir euch ein wenig über die Fortschritte der gemeinsamen Arbeit und die Inhalte des Treffens informieren.
Zur Information und Kontaktaufnahme mit uns stehen euch wie gehabt die E-Mail-Adresse fanbeauftragter@iec.de sowie unsere Facebook-Seite „Fanbeauftragte Iserlohn Roosters“ zur Verfügung.

Fanbeauftragte aller 14 DEL-Vereine waren beim DEL-Fanbeauftragten-Treffen in Krefeld ebenso anwesend wie Vertreter der DEL2, des DEB und des DEL-Ligenbüros. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde wurde als erstes unser gemeinsames Produkt, der DEL-Stadionguide, besprochen.


Der vor allem durch die Arbeit von Sebastian Jochheim (Iserlohn) erstellte Stadionguide hat in seiner ersten Saison für große Aufmerksamkeit in Fankreisen gesorgt. Laut Facebook sind über 50.000 (!) Downloads der Datei erfolgt. Das zeigt, dass hier durch unsere Zusammenarbeit ein großartiges und akzeptiertes Tool entstanden ist.
Vor allem die Vereinheitlichung der gelieferten Informationen aus den einzelnen Standorten ist bemerkenswert.
Die Aktualisierung aller Daten zur neuen Saison ist bei allen Clubs angefragt. Eine Ergänzung zur neuen Saison dürfte auch der Themenkreis „Rollstuhlfahrer / Gehandicapte Personen“ sein. Neben den schon bekannten Aktivitäten aus Ingolstadt und Berlin sind hier auch zumindest in Düsseldorf, Straubing und Bremerhaven Aktivitäten im Gange, die sich mit dem Thema befassen.
Der Stadionguide könnte auch für diese Zielgruppe Informationen wie Verfügbarkeit von Plätzen, Wegweiser in den Hallen, sanitäre Einrichtungen oder Ansprechpartner im Allgemeinen enthalten.
Der Guide ist im PDF-Format weiterhin über die Fanbeauftragten beziehbar oder kann über die Facebook-Seite „Fanbeauftragte in der DEL“ heruntergeladen werden.


Es folgte der Rückblick des DEL-Fanbeauftragtensprechers Thomas Schmitz auf das vergangene Jahr. Die Schaffung eines Fanbeauftragten-Handbuchs als Grundlage für die fanbezogene Arbeit mit Club und Liga schreitet weiter voran, die Fanbeauftragten sind seit der letzten Saison auch Bestandteil der Durchführungsbestimmungen der DEL, was ein deutliches Zeichen der Anerkennung darstellt. Auch die Wertigkeit unserer persönlichen und gemeinsamen Arbeit wird damit auf ein neues Level gehoben.
Die Annahme und Umsetzung dieses Handbuches ist bei den Clubs zwar noch unterschiedlich fortgeschritten, aber man merkt deutlich, dass sich etwas bewegt.
Die Kommunikation der Fanbeauftragten untereinander ist an einigen Stellen noch verbesserungswürdig, an den entstandenen Problemen wird man aber in den nächsten 12 Monaten arbeiten.
Die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Deutschen Fussball Liga wird fortgesetzt, es gab bereits einige Austausche und die Einladung an unseren Sprecher, an einer Regionaltagung der DFL teilzunehmen.


Zu einigen Spielen der vergangenen Saison wurde den Fans durch die Fanbeauftragten ein Auswärts-Fragebogen zur Verfügung gestellt, mit dem sie ihr Erlebnis in einem fremden Stadion bewerten konnten. Die Resonanz auf diese Fragebögen war sehr positiv, insgesamt kamen über 1.200 Antworten in die Auswertung. Erste Ergebnisse wurden auf einer Folie präsentiert, diese werden auch den Clubs übermittelt, hier sollten einige Verbesserungen zu erwarten sein. Wir danken allen, die diese Fragebögen ausgefüllt haben, für ihre Mitarbeit und hoffen, auch in der kommenden Saison wieder viel Unterstützung von allen Fans zu bekommen. Die Aktion wird auf jeden Fall ausgeweitet und fortgesetzt.


Anschließend erfolgte ein Vortrag von Jörg von Ameln aus dem DEL-Ligenbüro mit Rück- und Ausblicken der Liga. Hier die markantesten Inhalte:
Die Einführung eines internen Verhaltenskodex, der unter Anderem beinhaltet, dass öffentlich keine Kommentare zum Schiedsrichterwesen abgegeben werden sollen, wird als Fortschritt angesehen. Kritik und Kommentare werden auch weiterhin geäußert, allerdings auf internen Kanälen und nicht über die Öffentlichkeit. Dies hat in der letzten Saison viel externen Druck von den Verantwortlichen genommen und auch die Spielvor- und -nachbereitung erleichtert. Grundsätzlich sehen sich Funktionäre, Trainer, Spieler und Schiedsrichter als Angestellte einer gemeinsamen Firma, der DEL, an - und Kritik über Arbeitskollegen sollte man firmenintern klären und nicht über Presse und Öffentlichkeit.
Weiterhin wurde in der vergangenen Saison, und wird auch weiterhin, viel in die Entwicklung des Schiedsrichterwesens investiert. Mit Lars Brüggemann wurde zudem ein Koordinator eingestellt, eine neu geschaffene Stabsstelle besetzt. Zudem wurde ein neues Coaching-System für die Einsetzung, Betreuung und Entwicklung von Schiedsrichtern eingeführt und regelmäßig Beratung aus der NHL eingeholt. Als Konsequenz ergaben sich viele positive Aspekte, es wurden aber auch Fehler gemacht, aus denen man für die Zukunft viel lernen wird. Lars Brüggemann zur Seite steht übrigens als Berater der ehemalige NHL-Schiedsrichter Rob Shick, zudem wurde Andre Schrader als zusätzlicher Profi-Schiedsrichter verpflichtet.

Einige Änderungen werden zur kommenden Saison in Regelwerk und Organisation durchgeführt:
So wird der Fall „Hoher Stock mit Verletzungsfolge“ aufgesplittet. Die bisher übliche Bestrafung von fünf Strafminuten plus einer Spieldauer-/Matchstrafe gilt ab sofort nur noch in den Fällen, dass eine rücksichtslose oder vorsätzliche Handhabung des eigenen Schlägers vorliegt. In dem Fall, dass die Verletzung zufällig oder sorglos erfolgte, werden ab sofort gegen den Verursacher nur noch 2+2 Strafminuten verhängt - was auf die letzten Jahre 100% der aufgetretenen Fälle zutrifft.
Hinsichtlich der mit dem Schlittschuh erzielten Tore geht man zurück zur IIHF Regel 96. Eine erkennbare Kickbewegung des angreifenden Spielers als Mittel, den Puck ins Tor zu befördern, ist unzulässig.
Neuerungen gibt es zudem beim Thema Torraum. Es kann ein Tor erzielt werden, wenn ein Spieler im Torraum steht. Allerdings darf es dabei zu keinem behindernden Kontakt mit dem Torhüter kommen. In diesem Fall wird der angreifende Spieler mit zwei Strafminuten belegt. Andererseits werden die Schiedsrichter dafür sensibilisiert, bei offensichtlichem Schinden einer Strafe zusätzlich auch zwei Strafminuten gegen den Torhüter auszusprechen.
Das Thema Schwalben (englisch: Diving oder Embellishment) wird durch die Möglichkeiten der TV-Bilder intensiver beobachtet. Es gibt allerdings durch die Liga kein ganzheitliches Monitoring, erst bei Auffälligkeiten oder Tendenzen können entsprechende Videos mit der Ligenleitung untersucht werden.
Beim Disziplinarwesen ist es nicht mehr möglich, eingereichte Anträge auf nachträgliche Verfahren zurückzuziehen.
Der Spielplan für die Saison 2017/18 wird am 3. Juli veröffentlicht (ist mittlerweile geschehen). Es sind noch Änderungen der Anfangszeiten möglich, da Sport1 die Sonntagsspiele für die Übertragungen noch nicht komplett gezogen hat. Sport1-Spiele werden zukünftig sonntags um 17 Uhr angepfiffen. Zudem gibt es ab der kommenden Saison immer ein Spiel am Donnerstagabend auf Telekom Eishockey. Dies wird das schon aus der letzten Spielzeit bekannte „First Row Live Spiel“ sein, mit zusätzlichen Kommentatoren und Kameras, voraussichtlich auch wieder aus den Mannschaftskabinen. Die Spieltage unter der Woche werden zwischen Dienstag und Mittwoch aufgeteilt. Dies hat die Vorteile, dass man an mehr Tagen die Möglichkeit hat, Eishockey live zu schauen und dass die Liga auf mehr Präsenz in den öffentlich-rechtlichen Medien hoffen kann.
Aufgrund der Olympia-Pause wird die Transferfrist einmalig für die kommende Saison bis zum 1. März verlängert.
Die 90 Sekunden langen Power Breaks gibt es zukünftig auch vor der Verlängerung und dem Penaltyschießen. In dieser Zeit wird den Eismeistern nun auch die Möglichkeit der Eispflege gegeben.
Schließlich gibt es noch Änderungen in Sachen Förderlizenzen. Jeder Club muss mindestens drei FöLi-Spieler auf seiner Lizenzliste haben, dabei ist allerdings keine Kooperation mit einem DEL2-Club erforderlich. Zudem dürfen FöLi-Spieler nur noch für zwei Profi-Clubs lizensiert sein.

Medial wird der Wechsel der Übertragungsrechte zu Telekom/Sport1 als großer Erfolg bewertet. Mehr als 8 Millionen Zuschauer haben in der letzten Saison die Übertragungen von Telekom Eishockey gesehen, was einen großen Fortschritt bedeutet.
Die Live-Spiele im freien TV auf Sport1 sind mit 10,07 Millionen Zuschauern bei insgesamt 44 Live-Spielen sogar noch besser - in den Play-Offs (5,11 Mio. Zuschauer bei 18 Live-Spielen) deutlich mehr als in der Hauptrunde (4,96 Mio. bei 26 Live-Spielen). Das sind auch für Sport1 großartige Zahlen. Eishockey ist dort neben Fußball die derzeit erfolgreichste Sportart. Für die kommende Saison sind bei den Übertragungen weitere technische und personelle Verbesserungen zu erwarten.

Abschließend wurde noch ein kurzer Blick auf die Thematik „bundesweite Stadionverbote“ geworfen. Nachdem zwischen der Saison 2014/15 und dem Folgejahr ein starker Rückgang verzeichnet wurde, ist die Tendenz derzeit gleichbleibend. Der Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung tritt dabei eigentlich gar nicht mehr auf, auffallend ist dagegen, dass die mittlerweile meisten Fälle eher aus dem Bereich der Beleidigungen gegen Polizei oder Ordnungskräfte bzw. aus daraus resultierenden Einsätzen kommen. Es wird aber seitens der Fanvertreter darauf hingewiesen, dass an einigen Standorten und Spieltagen ein unverhältnismäßiger Einsatz der Beamten und Mitarbeiter erfolgt ist; die fehlende Bereitschaft zu Deeskalation und Diskussion tragen sicher zu diesen Zahlen bei. Eine Vereinheitlichung ist hier aber schon alleine durch die unterschiedliche Handhabung in den verschiedenen Bundesländern schwierig. Die Arbeit und Mithilfe der Fanbeauftragten sollte von den Ordnungskräften noch öfter als hilfreiches und entlastendes Mittel in Anspruch genommen werden. Leicht steigende Tendenz war abschließend noch bei Stadionverboten in Folge von Raubdelikten festzustellen.

Nach einer kurzen Mittagspause sowie einer anschließenden Besichtigung des KönigPalastes wurden am Nachmittag die Struktur und Arbeit der Fanbeauftragten in den Fokus genommen.
In diesem Thema wurde die Verbesserung der Kommunikation untereinander und mit der Ligenleitung besprochen, es wird zur nächsten Saison ein paar konkrete, interne Veränderungen für uns geben.
Die Anmeldung von Fan-Material sollte in jedem Fall über die Fanbeauftragten gehen, zumindest sollten sie bei Email-Verkehr in Kopie genommen werden. Dies sollte allen aktiven Gruppierungen mitgeteilt werden. Allgemein geht der Trend zur Gleichberechtigung: Für Heim- und Gästefans sollten die gleichen Regeln gelten, was erlaubt ist, und was nicht. In diesem Zuge wurden zum Beispiel die Regelungen für das Mitbringen von Megafonen und Trommeln in Straubing, München und Iserlohn gleich gesetzt.
Die Wichtigkeit der durch die Liga genehmigten Fanbeauftragten-Ausweise wurde nochmals bekräftigt, zur neuen Saison wird es auch wieder neue Ausweise geben. Bis zu zwei Fanbeauftragte je Gastverein sind während eines Auswärtsspiel als deutlich erkennbarer Ansprechpartner für Fans und Ordnungsdienst im Einsatz und können bei Schwierigkeiten vermittelnd und unterstützend eingreifen.
Einige dieser Punkte wurden sehr ausführlich diskutiert, so dass dieser Themenkreis erst im Rahmen der Nachbesprechung am Sonntagmorgen beendet werden konnte.
Die Fanbeauftragten stellten fest, dass ihre Wertigkeit und Einbeziehung in Spieltags- und Sicherheitsabläufe an den Standorten immer noch sehr unterschiedlich angesehen wird. Klar ist aber auch, dass mit den Ansprüchen an die Clubs auch die Ansprüche an uns selbst steigen müssen. Vor allem im Bereich Kommunikation besteht, wie schon am Vortag angesprochen, einiges an Verbesserungsbedarf.

Es folgte eine kurze Vorstellung des Unternehmens „Zug um Zug“, welches die Organisation von Bahnreisen zu Auswärtsspielen für Gruppen ab 10 Personen anbietet.
ZuZ kauft Platzkontingente bei der Deutschen Bahn an und vermittelt sie in Gruppen an die Fans, als Alternative zu Busreisen.
Entsprechendes Info-Material wurde verteilt mit der Bitte, diese Informationen an unsere Fans weiterzugeben. Wir sollen hier lediglich weiterleiten, die Fans sollen sich an ZuZ wenden, wir sollen keine Vermittlung oder Bearbeitung durchführen. Die Informationen zu ZuZ könnt ihr über uns Fanbeauftragte beziehen.

Zum Abschluss erfolgte ein kurzer Austausch über Neuerungen an den einzelnen Standorten, vieles wird in den Stadionguide zur kommenden Saison einfließen und den Fans auf diesem Weg mitgeteilt.

Wir blicken auf ein insgesamt sehr arbeits- und themenreiches Wochenende zurück, die Nachbereitung wird noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Die Fanbeauftragten aller Clubs sind sich einig, dass die gute Zusammenarbeit auch über die kommende Saison hinaus vieles bewegen und erleichtern wird.

Matthias „ALF“ Schlüter und Sebastian „Semmel“ Jochheim
Fanbeauftragte der Iserlohn Roosters
Roosters-Infos und Videos - von Fans für Fans
bei "Roosters FanTV"
http://roostersfantv.wordpress.com
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Re: Bericht vom Sommertreffen 2017 der DEL-Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon Franky » Mi 26. Jul 2017, 13:30

Vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht !!

Es wurden echt sehr viele Themen besprochen, und es gibt viele interessante Neuigkeiten.
Zum Beispiel, dass die DEL den Maulkorb tatsächlich positiv bewertet. Okay, aus deren Sicht habe ich Verständnis, aber die Zügel kann man auch etwas lockerer nehmen.
Das mit dem hohen Stock finde ich wiederum sehr gut, dass der Spieler nur bei Absichtlichen Foul duschen muss.
"Die 90 Sekunden langen Power Breaks gibt es zukünftig auch vor der Verlängerung und dem Penaltyschießen. In dieser Zeit wird den Eismeistern nun auch die Möglichkeit der Eispflege gegeben." Was kann der Eismeister in den 90 Sekunden pflegen? Das leuchtet mir nicht ein. Für die Vereine bedeutet es wohl vielmehr mehr Werbeeinnahmen, und für den Radfahrer ein paar Runden mehr ;)
Schade finde ich natürlich den folgenden Punkt "Allgemein geht der Trend zur Gleichberechtigung: Für Heim- und Gästefans sollten die gleichen Regeln gelten, was erlaubt ist, und was nicht. In diesem Zuge wurden zum Beispiel die Regelungen für das Mitbringen von Megafonen und Trommeln in Straubing, München und Iserlohn gleich gesetzt."
Dazu nur ein Satz von mir "Werft die Trommel in den Seilersee!"
Sagt man Böses von dir, und es ist wahr, bessere Dich. Sind es Lügen, lache darüber. (Epiktet)
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Re: Bericht vom Sommertreffen 2017 der DEL-Fanbeauftragten

Ungelesener Beitragvon JudgeDark » Mi 26. Jul 2017, 19:01

Danke für die ausführlichen Infos!

Mensch Franky, die Eismeister bekommen eine schnellere Eismaschine, dann klappt das auch in 90 Sekunden! ;)

Das mit dem hohen Stock finde ich auch gut ... !

Und die Aussage bzgl. der Trommeln kann ich nur unterschreiben!
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Unter Eishockey-Profis gilt die Eissporthalle am Seilersee als einer der schlimmsten Orte auf Erden. Ach was, es ist die "Hölle", sagen die meisten.
(Süddeutsche Zeitung - Februar 2017)
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